Apotheker verschenkt echte Osterhäschen

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Berlin - Den Kunden zu Ostern eine kleine Freude machen? Na klar, aber wie? Mit bemalten Eiern oder Schokohasen bekommt man doch heute niemanden mehr hinter dem (Ende März noch einmal voll befeuerten!) Ofen hervor gelockt. Also hat sich Apotheker Gottfried Dismas aus dem Ost-Erzgebirge etwas Besonderes überlegt: Jeder Kunde bekommt am heutigen Karsamstag ein echtes Zwergkaninchen.

Natürlich werden die niedlichen Tiere bevorzugt an Familien mit Kindern abgegeben. „Aber wer unbedingt ein Kaninchen haben möchte bekommt auch eins“, verspricht Dismas und schränkt ein: „Solange der Vorrat reicht, danach gibt’s für alle falschen Hasen.“ Doch der Vorrat sollte reichen, vermehren sich doch die Karnickel im Garten des Apothekers wie die Karnickel. Dass sie aufgrund der vielen Heilkräuter im Apothekergarten vermutlich sogar sehr gut schmecken, verschweigt der Apotheker im Kundengespräch. Es gibt also ein Leben nach dem Fest.

Wer nichts für Zwergkaninchen übrig hat, oder beispielsweise Allergiker ist, soll nicht zu kurz kommen. Für sie hat der Apotheker Wärmetier-Kuschelhäschen nachbestellt. Die sind bei der aktuellen Wetterlage auch gut zu gebrauchen. Verschenken darf er die allerdings nicht, da zu teuer. Und gab es nicht sogar mal ein Kuschelsocken-Urteil, grübelt er über seinen morgendlichen Ofenkrusti. Es ist so schwer, als Apotheker den Überblick in der Boni-Frage zu behalten.

Und was ist jetzt mit den Kaninchen? Seit er den Bericht zum Urteil über die Rx-Boni des Kollegen gelesen hat, denkt er wieder über Bagatellschwellen nach. Dismas hat die niedlichen Tiere nicht eingekauft, möchte die hoppelnde Schar aber auch ungern als „geringwertige Kleinigkeit“ abzutun. Und die Anlockwirkung lässt sich schlecht abstreiten: Seit 5 Uhr in der früh wartet eine Gruppe 6-Jähriger vor der Apotheke.

Dass die Aktion apothekenrechtlich grenzwertig ist, weiß Dismas selbst. Denn ob geringwertig oder nicht: Kaninchen gehören wohl selbst bei großzügiger Auslegung nicht zum apothekenüblichen Sortiment. Den Gesundheitsbezug über die positiven Effekte auf die Psyche (kuscheln und liebhaben) zu konstruieren, dürfte der Pharmazierat kaum schlucken. Außer er hat eine kleine Tochter und es sind noch Häschen da. Es ist aber auch verdammt schwer, den Kunden mal eine kleine Freude zu machen.

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