Der Rausschmeißer unter den Großhändlern

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Berlin -

Wer im Hamburger Kultviertel St. Pauli in den 1990er Jahren richtig abrocken wollte, musste an ihm vorbei: Jens Graefe. Der heutige Chef des Großhändlers AEP arbeitete während seines Studiums als Türsteher auf der Reeperbahn.

Graefe ist gebürtiger Hamburger. „Als Party-affiner Jugendlicher lebt man auf der Reeperbahn“, erinnert sich der AEP-Geschäftsführer an seine Studienzeit. Da er für sein Volkswirtschaftsstudium kein BAföG erhalten hat, arbeitete er teilweise bis früh in die Morgenstunden für den Veranstaltungsdienstleister Contro auf Konzerten oder vor Clubs. „Ich musste arbeiten, um zu leben“, sagt er. Geschadet habe die harte Arbeit nicht.

Von 1990 bis 1995 war Graefe für Contro in verschiedenen Jobs tätig. Er baute als „Stagehand“ Bühnen und die dazugehörige Technik auf Konzerten auf. Für den Job reiste er quer durch Deutschland. „Bei den Rolling Stones war ich dreimal dabei“, sagt er. Auch Auftritte der Kultband Scorpions, Pink Floyd oder damals berühmter Boybands wie New Kids on the Block betreute er mit. „Da sind vor dem Konzert schon hunderte Mädels umgekippt.“ Für Rocklegende Tina Turner habe er persönlich ihr Wohnzimmer bewacht.

Zwei Jahre stand er im Hamburger Rotlichtviertel mit fünf Kollegen vor der bekannten Musikkneipe Große Freiheit 36 und dem Veranstaltungszentrum Docks. „Das war lustig“, so Graefe. Richtig Stress oder gar Prügeleien habe es nie gegeben. „Für alles im Leben gibt es zwei Wege. Entweder hat man dicke Muskeln, die für sich sprechen, oder man löst Konflikte mit Empathie und Intelligenz.“ Er selbst habe sich für die zweite Variante entschieden.

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