Impfungen in Apotheken noch in diesem Jahr!

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Berlin -

Jubel im Team der Rosen-Apotheke: Noch in diesem Jahr sollen Corona-Impfungen auch in Apotheken möglich sein. „Wenn alles klappt, werden wir vor Weihnachten die ersten Menschen bei uns in der Offizin boostern können“, freut sich Inhaberin Marcela. Also zum vierten Mal boostern. Und vielleicht auch nicht in der Offizin. Aber immerhin.

Auf einmal ging alles ganz schnell: Die Politik wollte die Impfkampagne ankurbeln und lud Apotheker:innen, Tier- und Zahnärzt:innen ein, mit anzupacken. Das Team der Rosen-Apotheke war sofort Feuer und Flamme: Viele hatten schon in den Impfzentren ausgeholfen und die Impfstoffbeschaffung und -verteilung war längst perfektioniert. Warum nicht auch noch diesen letzten Schritt übernehmen und den Menschen ein niedrigschwelliges Angebot machen? Schließlich klagten viele Kund:innen, dass ihnen das mit dem Termin buchen einfach zu kompliziert sei.

Leider bekamen dann 57.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte (hauptsächlich Ärzte) einen kollektiven Krampanfall, als sie erfuhren, dass Apotheken hochärztliche Tätigkeiten durchführen sollten. Zum Glück konnten die Apothekenteams Erste Hilfe und so war den Kolleg:innen schnell geholfen. Da die sich von dem Schreck noch erholen mussten und sowieso keine Zeit für die ganzen Impfungen hatten – außer es gäbe etwas mehr Geld dafür –, erklärten sie sich schließlich bereit, zu teilen. Die Apotheken könnten doch beispielsweise die Abende und Wochenenden übernehmen mit ihren Impfangeboten.

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Team Rosen-Apotheke hätte sogar nachts geimpft, auch hier erwartet das die Kundschaft. Das Wann war damit geklärt, aber das Wer noch nicht. PTA Merle würde sich das Setzen der Spritze nach einer Schulung durchaus zutrauen. Sie war bei mehr als 1500 Impfungen im Impfzentrum dabei, hat alle Spritzen richtig aufgezogen und findet den Pieks nicht unbedingt den schwierigsten Part. Ist ja nicht so, dass MTA das nicht auch könnten und dürften. Oder jeder Diabetiker. Doch es standesdünkelte und das Impfrecht blieb apothekerexklusiv.

Aber auch die Pharmazeut:innen können das nicht einfach so, sondern erst nach 540 Minuten Intensivschulung. Die musste erst konzipiert werden. Die Berufsorganisationen KNACK und BACK wurden monatelang eingesperrt, endlich stieg weißer Rauch auf: Habemus Curriculum! Und nachdem geklärt war, dass man nach Grippeimpfschulung nur Volljährige impfen darf, die Hepatits-Impfung dem Team angeboten werden muss, eine Covid-19-Impfpflicht aber nur für Apotheker besteht, die zusätzlich medizinische Bademeister sind, hätte es eigentlich los gehen können.

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