Kammer fordert Erklärung

Inhaber nimmt drei Tage zu viel Urlaub

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Berlin -

Die Inhabergeführte Apotheke ist eine Errungenschaft des Berufsstandes, die mit Leidenschaft verteidigt wird. In den „Kernpositionen“ der Abda zur Bundestagswahl etwa stand das Festhalten am Fremd- und Mehrbesitzverbot ganz oben. Doch die persönliche Verantwortung und Haftung hat bekanntlich auch ihre Schattenseiten – und sei es nur bei der Urlaubsplanung. Ein Apotheke aus Niedersachsen streitet sich mit seiner Kammer wegen drei Tagen Ferien.

Die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sieht die persönliche Leitung durch den Inhaber oder die Inhaberin vor. Doch natürlich können die nicht immer da sein, weshalb im Gesetz die Vertretung ebenfalls genau geregelt ist. Den eigenen Urlaub müssen auch Chefs bei der Aufsicht angemeldet werden – manchmal müssen sich Inhaber:innen fühlen wie angestellt Beschäftigte, die einen Urlaubsantrag stellen. Andererseits muss die Präsenz ja irgendwie geregelt sein, wenn man das mit der inhabergeführten Apotheken ernstnimmt.

Und deswegen hat Apotheker Karl Heinz Apel von der Kloster-Apotheke in Uelzen jetzt Post von der Apothekerkammer Niedersachsen erhalten, die dort auch die Aufsichtsbehörde ist. Die Kammer bittet Apel um kurzfristige Stellungnahme, denn es sei aufgefallen, dass Apel im vergangenen Jahr 93 Vertretungstage durch angestellte Approbierte gemeldet habe. Dies überschreite einen Zeitraum von drei Monaten und somit die gesetzlichen Regelungen.

In der ApBetrO heißt es wörtlich: „Die Vertretung darf insgesamt drei Monate im Jahr nicht überschreiten. Die zuständige Behörde kann eine Vertretung über diese Zeit hinaus zulassen, wenn ein in der Person des Apothekenleiters liegender wichtiger Grund gegeben ist.“ Einen entsprechenden Antrag auf eine Vertretung über den Zeitraum hinaus sei aber nicht gestellt worden, teilt die Kammer mit. Apel soll bis Ende nächster Woche Stellung nehmen.

Das hat er schon getan und aus seiner Antwort spricht eine gewisse Frustration: „Es tut mir leid, dass Sie sich momentan mit solch außerordentlich wichtigen Angelegenheiten wie dem Nachzählen der Urlaubstage beschäftigen müssen. Impfen für Apotheker, Sicherheitsvorschriften wegen Corona und andere unwichtigen Dinge kann man glücklicherweise aufschieben.“

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