ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Apotheker setzt voll auf Zeitschriften

, Uhr
Berlin -

In seiner Freizeit liest Apotheker Mario R. selbst gerne Magazine. Den Rolling Stone hat der Musikfan seit den 80ern im Abo, er interessiert sich aber auch für Reisen, Mountainbikes und Freeclimbing. Auch in seiner Apotheke hat er mit großen Erfolg mit Zeitschriften – vor allem, seit er voll darauf setzt. Mehr als 80 verschiedene Titel hat er im Angebot und jeden Monat werden es mehr.

Das Abo der Apotheken Umschau hatte Mario schon von seinem Vorgänger übernommen. Die Kunden sind einfach abhängig von ihrer Rentnerbravo. Und die Neue Apotheken Illustrierte (NAI) hatte Mario aus staats-, will sagen verbandsmännischer Verantwortung immer zusätzlich bestellt, auch wenn der Suchtfaktor kundenseitig hier weniger besorgniserregend war.

Aber als in der Runde seiner Bikerfreunden unlängst die üblichen Witze über die Zeitungen und ihre Leser gemacht wurden, wurde Mario nachdenklich. Rentnerbravo? Warum eigentlich nicht… Wer die nächste Generation früh an die Apotheke binden will, muss ihr auch etwas bieten. Also nahm er die echte Bravo mit ins Sortiment und – um die Zwischengeneration nicht auszulassen – die Nido gleich mit.

Allerdings zeigte sich schnell eine Schwachstelle in diesem Plan: Der durchschnittliche Rätselheftjunkie in der Offizin ist durchaus gewohnt, seinen Stoff umsonst zu bekommen. Und es geht wirklich ins Geld, wenn zu viele junge Familienväter reinkommen und mit halbherzigem Schuldbewusstsein verkünden: „Ich nehm‘ heut‘ nur die Geo.“

Mario reagierte und stellte radikal um: Die Erkältungsmittel in der Sichtwahl fliegen jetzt sowieso raus und statt das fünfte Allergiepräparat zu präsentieren, setzte Mario auf Magazine. Und er nahm den vollen Kioskpreis. Keine Probleme, der Kunde zahlt. Das Geschäft läuft so gut, dass Mario seinen Abokunden mittlerweile Schmerzsalbe oder Nahrungsergänzungsmittel als Zugabe gratis mit dazu gibt. Vor der Digitalisierung hat er jetzt noch mehr Angst als vorher, aber für den Moment läuft’s super, geradezu Superillu.

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