ABDA zur AOK-Kritik: „Zynisch den Versorgungsbedarf negiert“

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Berlin - Die ABDA will die Kritik von AOK-Chef Martin Litsch nicht auf sich sitzen lassen. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hat sich zu Wort gemeldet und wirft der AOK vor, „auf zynische Weise den Versorgungsbedarf ihrer Versicherten“ zu negieren, während sie selbst „im Geld schwimmen“. Litsch hatte Teile des Eckpunktepapiers des Bundesgesundheitsministeriums zur Weiterentwicklung der Arzneimittelversorgung als politisches „Klientelgeschenk“ zum Freikauf vom im Koalitionsvertrag versprochenen Rx-Versandverbot bezeichnet.

Litsch sieht im Eckpunktepaier Licht und Schatten. Einerseits findet er es richtig, dass Not- und Nachtdienste aufgewertet werden sollen, „denn das stärkt das Engagement und die Versorgung in strukturschwachen Gebieten“. Diese Einsicht schätzt Schmidt: „Dass Demografie und Fachkräftemangel durchaus strukturelle Veränderungen für die Zukunft der flächendeckenden Arzneimittelversorgung erfordern, ist offenbar auch für den AOK-Bundesverband nachvollziehbar und unterstützenswert“, so der ABDA-Präsident.

Zwar erkennt Litsch einen Reformbedarf grundsätzlich an, es bleibe aber völlig unklar, warum weitere 100 Millionen Euro für sogenannte zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen an die Apotheker fließen sollten. Das zu lösende Versorgungsproblem, das dem zugrunde liegt, müsse erst noch erfunden werden. Es sei „klar, dass sich die Koalition mit diesem Klientelgeschenk vom Versprechen des Versandhandelsverbots freikauft“.

Der Versandhandel sei „nicht die Ursache dafür, dass es einige Apotheken schwerer haben als andere“, so Litsch. Stattdessen gebe es vielmehr ein Überangebot in der Stadt sowie Fehlanreize bei der Honorierung. „Alle Analysen und Statistiken zeigen, dass die Rede vom akuten Apothekensterben eine Chimäre ist.“ Für Schmidt hingegen ist es „unerklärlich“, warum die AOKn „einerseits den Nacht- und Notdienst stärken wollen, andererseits dem ausländischen Versandhandel das Wort reden, der eben keinen solchen Service anbieten kann“. Und er wird noch deutlicher: „Die AOKn schwimmen im Geld und negieren zugleich auf zynische Weise den Versorgungsbedarf ihrer Versicherten.“

So würden jedes Jahr schätzungsweise 250.000 Patienten bundesweit aufgrund vermeidbarer Medikationsfehler in Krankenhäuser eingewiesen. „Deshalb braucht es endlich einen Anspruch der Patienten auf eine Medikationsanalyse in ihrer Stammapotheke“, so Schmidt. Er verweist darauf, dass eine solche zusätzliche pharmazeutische Dienstleistung bereits mit der AOK Plus in Sachsen und Thüringen als bundesweites Leuchtturmprojekt ARMIN erfolgreich umgesetzt wird. „Leider ist es jedoch Tradition bei den Krankenkassen, Veränderungen bei anderen einzufordern, sich aber selbst dem notwendigen Wandel konsequent zu verweigern.“

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