„Klientelgeschenk“

AOK: Spahn kauft sich bei Apothekern frei APOTHEKE ADOC, 03.04.2019 11:51 Uhr

Berlin - Als erster Kassenverband hat sich jetzt der AOK-Bundesverband zum neuen Apothekenpaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußert. Die Aufstockung des Not- und Nachdienstfonds begrüßen die Ortskrankenkassen. Im neuen Strukturtopf sehen sie allerdings nur ein politisches „Klientelgeschenk“ zum Freikauf vom im Koaltionsvertrag versprochenen Rx-Versandverbot. Zu einer wirklichen Apothekenmarktreform gehören für den AOK-Sektor mobile Angebote, Telepharmazie und größere Filialverbünde. Und laut einer AOK-Umfrage sind die Patienten mit dem Apothekensystem sehr zufrieden.

Das Eckpunktepapier zur Apothekenreform sendet aus Sicht des AOK-Bundesverbandes widersprüchliche Signale. „Es ist richtig, die Not- und Nachtdienste der Apotheken aufzuwerten, denn das stärkt das Engagement und die Versorgung in strukturschwachen Gebieten“, so Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Dagegen bleibe völlig unklar, warum darüber hinaus weitere 100 Millionen Euro für sogenannte zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen an die Apotheker fließen sollten.

Litsch: „Für diesen zusätzlichen Vergütungstopf steht die Höhe bereits fest. Auch, dass die Apotheker die Mittel selbst verteilen dürfen. Dagegen muss das zu lösende Versorgungsproblem erst noch erfunden werden.“ Zwar habe sich das Volumen der Extravergütung gegenüber den ersten Eckpunkten aus dem Dezember 2018 deutlich reduziert: „Aber es ist auch klar, dass sich die Koalition mit diesem Klientelgeschenk vom Versprechen des Versandhandelsverbots freikauft.“

Litsch verweist auf viele AOK-Projekte zum Medikationsmanagement, auch unter Einbeziehung der Apotheker. Ziel sei hier die bessere Versorgung von Patienten. „In solchen, auf die regionalen Bedarfe abgestimmten Vereinbarungen kann es sinnvoll sein, ergänzende pharmazeutische Dienstleistungen festzulegen. Dagegen laufen die im Eckpunktepapier vorgesehenen Verhandlungen auf Bundesebene auf eine unspezifische und intransparente Gießkannenfinanzierung hinaus, mit der die Versorgung nicht verbessert wird.“

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