Abgabeautomat

„Millionen für Apotheker“: DocMorris kritisiert Urteil APOTHEKE ADHOC, 05.04.2019 11:57 Uhr

Berlin - DocMorris zieht Rechtsmittel gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe in Erwägung. Bevor eine konkrete Entscheidung getroffen wird, will die niederländische Versandapotheke die Urteilsbegründung abwarten. Man wundere sich allerdings, warum das Land Baden-Württemberg „Modellprojekte der Apotheker mit Millionen fördert“, aber Patienten in Orten ohne Apotheke von der Telepharmazie ausschließe, so die Zur-Rose-Tochter.

„Wir warten jetzt die schriftliche Urteilsbegründung ab und entscheiden dann, wie und in welcher Form wir weitere Schritte in diesem Verwaltungsverfahren unternehmen“, heißt es von Versandapotheke. Mit der Übersendung der Urteilsbegründung rechne man in ungefähr fünf Wochen, sagt ein Sprecher. Ab der Zustellung hat DocMorris einen Monat Zeit, Rechtsmittel einzulegen. Nächste Instanz wäre der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim.

Vom Konzept des Abgabeautomaten zeigt sich die Zur-Rose-Tochter nach wie vor überzeugt. Die „innovative Videoberatung mit Arzneimittelabgabe“ zeige, „wie man in Regionen mit mangelnder pharmazeutischer Versorgung die Digitalisierung zum Wohle der Patientinnen und Patienten nutzen kann“. Das Urteil sieht das Unternehmen als Widerspruch zur politischen Absicht im Ländle. „Uns verwundert, dass die Landesregierung in Baden-Württemberg den Ausbau der Telemedizin vorantreibt und Modellprojekte der Apotheker mit Millionen fördert, aber Patienten in Orten ohne Apotheke nicht von der Telepharmazie profitieren sollen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte am Freitagmorgen seine Entscheidung im Hauptsacheverfahren um den Arzneimittelabgabeautomaten bekanntgegeben. Demnach bleibt das behördliche Verbot, apothekenpflichtige Arzneimittel mittels eines Automaten in den Verkehr zu bringen, bestehen. Gestern waren die Richter persönlich vor Ort, um die Sachlage in Augenschein zu nehmen.

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