Wann eignet sich welcher Schnelltest?

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Berlin - Immer mehr Tests auf Covid-19 kommen auf den Markt – neben Antikörpertests gibt es auch die ersten Schnelltests auf Sars-Cov-2-Antigene. Nicht immer ist jede Testmethode geeignet. Auch wenn die Abgabe an Endverbraucher nicht zulässig ist, sollten Apothekenmitarbeiter über die verschiedenen Testprinzipien und Produkte Auskunft geben können. Ein Überblick über die verschiedenen Schnelltests und die passenden Begriffserklärungen – auch als praktischer Download für die Kitteltasche.

Die Nachfrage nach Schnelltests ist groß – viele Bürger wünschen sich Gewissheit darüber, ob sie bereits eine Corona-Infektion hatten oder nicht. Vor Bestellungen im Internet wird gewarnt; eine Abgabe an Privatpersonen in der Apotheke ist nicht erlaubt. Dennoch gibt es zahlreiche Anfragen – auch von Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen. Mittlerweile gibt es Schnelltests von zahlreichen Herstellern; meist werden diese in China produziert und durch andere Unternehmen in Deutschland vertrieben. Die In-vitro-Diagnostika müssen gesetzlich nicht von einem externen Unternehmen geprüft werden – die Zuverlässigkeit gibt somit der Hersteller selbst an.

Sensitivität und Spezifität

Der Markt ist mittlerweile unübersichtlich, sodass die Auswahl eines geeigneten Tests nicht ganz leicht fällt. Ein Kriterium bei der Wahl eines Schnelltestes sollten Sensitivität und Spezifität des jeweiligen Produktes sein. Die Sensitivität steht für den Prozentsatz der Betroffenen, bei denen die Infektion tatsächlich erkannt wird. Ein Test mit einer Sensitivität von 90 Prozent identifiziert 90 von 100 Infektionen – 10 bleiben unerkannt. Die Spezifität sagt aus, wie viele Nicht-Infizierte von dem Test auch tatsächlich als gesund erkannt werden. Ein Test, der eine Spezifität von 90 Prozent besitzt, liefert bei 10 von 100 Anwendern ein falsch-positives Ergebnis.

Nicht alle am Markt befindlichen Tests weisen hohe Sensitivitäts- und Spezifitätswerte auf. So ist beispielsweise ein Test am Markt, der eine Sensitivität von 88 Prozent und eine Spezifität von 96 Prozent besitzt. Wenden 1000 Menschen den Test an, so bleiben 120 Infektionen unerkannt (falsch-negativ) und 40 Anwender erhalten das Ergebnis, dass fälschlicherweise eine Infektion vorliegt (falsch positiv).

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