Gegen Protest des GKV-Spitzenverbandes

Kassen bezahlen Sars-CoV-2-Antikörpertests

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Berlin -

Gegen den Protest der Krankenkassen sind Antikörpertests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 nun erstattungsfähig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Ende vergangener Woche eine Abrechnungsziffer veröffentlicht, mit der Ärzte ihre Leistungen extrabudgetär honorieren lassen können. Schnelltests können aber nach wie vor nicht abgerechnet werden.

Ärzte können die Tests künftig nicht nur abrechnen, sie müssen sie bei positivem Ergebnis auch namentlich dem Gesundheitsamt melden. Denn ein Antikörpertest gilt als indirekter Erregernachweis. „Insbesondere bei milden Verläufen ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich“, so die KBV. „Eine Sars-CoV-2-Infektion kann dann indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden.“ Eine Untersuchung auf Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion könne eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen Covid-19-Symptomatik, beispielsweise zur Prüfung einer Immunität, solle allerdings nicht durchgeführt werden, denn die Spezifität der Verfahren sei bei der niedrigen Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen nicht ausreichend. Der veranlassende Arzt und der Laborarzt sollen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240 kennzeichnen. So werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig, so die KBV.

Dem Patienten werden bei den Antikörpertests im Abstand von 7 bis 14 Tagen zwei Blutproben entnommen. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss in demselben Labor untersucht werden. Das Blut wird dann auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden, so die KBV.

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