Corona-Schnelltests: Schmidt widerspricht Ärztepräsident

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Berlin -

Abda-Präsident Friedemann warnt vor übertriebenen Hoffnungen in Schnelltests auf Sars-CoV-2. Und zwar nicht nur aufseiten der Patienten, sondern auch aufseiten der Apotheker: Eine Abgabe von Schnelltests in Apotheken sei nach derzeitiger Rechtslage „nur sehr eingeschränkt möglich“. Auch diagnostische Tests dürften nicht in Apotheken durchgeführt werden.

Politik, Wissenschaft und Fachöffentlichkeit debattieren angesichts kontinuierlich steigender Fallzahlen weiter über die richtige Teststrategie in der Covid-19-Pandemie. Als oberster Vertreter der Apothekerschaft hat sich Schmidt nun eingeschaltet, um vor Missverständnissen und falschen Schlüssen zu warnen: „Wir müssen die Diskussion versachlichen und dabei verschiedene Punkte auseinanderhalten“, fordert er. Im Wesentlichen erinnert er daran, dass sich Politik und Gesellschaft auf eine Strategie einigen müssten: „Erstens brauchen wir noch mehr Klarheit über die Verlässlichkeit der verschiedenen Tests und ihre Verfügbarkeit“, so Schmidt. Zweitens müsse Einigkeit darüber hergestellt werden, wer primär getestet werden soll, was mit den Testungen erreicht werden soll und wie das Verfahren nach einem positiven Test aussieht. Drittens sei in diesem Zusammenhang zu klären, wo die Tests zur Verfügung stehen und wer die Kosten tragen soll.

Das wird selbstverständlich auf höchster Ebene entschieden: „Viel wird abhängen von der für Mitte September angekündigten Positionierung von Bundesgesundheitsministerium und den obersten Bundesbehörden sowie den ebenfalls angekündigten Veränderungen der nationalen Teststrategie.“ Nicht nur eine Anpassung, sondern eine Generalüberholung dieser Teststrategie hatte Anfang der Woche Ärztepräsident Dr. Klaus Reinhardt gefordert: Unter anderem müssten künftig verstärkt Schnelltests eingesetzt werden.

Schmidt hingegen warnt vor allzu großen Hoffnungen angesichts dieser Schnelltests: „Diese Tests sind kein Vehikel zur Lockerung von Infektionsschutzmaßnahmen. Ein negatives Ergebnis kann keine Eintrittskarte für den samstäglichen Clubbesuch mit tausend anderen sein“, so der Abda-Präsident. Clubs sind bereits seit Beginn der Covid-19-Pandemie bundesweit geschlossen und dürften nach Ansicht der meisten Fachleute zu den letzten Einrichtungen gehören, die wieder öffnen dürfen.

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