Vorsicht bei ASS und Glibenclamid

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Berlin - Fast jeder hat schon einmal eine Kopfschmerzattacke erlebt. So individuell der Schmerz ist, so individuell muss auch das passende Medikament gefunden werden. Dabei sollten Wechsel- und Nebenwirkungen sowie Kontraindikationen im Blick behalten werden. Vorsicht ist beispielsweise bei der Kombination von Sulfonylharnstoffen und ASS geboten.

Fall: Eine ältere Kundin klagt über Kopfschmerzen und verlangt ein Analgetikum mit Acetylsalicylsäure (ASS). Eine Brausetablette soll es sein, Tabletten könne sie schlecht schlucken. Sie müsse ohnehin schon Antidiabetika einnehmen. Unter anderem Glibenclamid.

Analyse: Von der Kombination ASS und Glibenclamid ist der Kundin abzuraten. Beide Wirkstoffe sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt kombiniert werden. ASS kann in hohen Dosen die Wirkung von oralen Antidiabetika erhöhen und somit eine Hypoglykämie verursachen.

Glibenclamid gehört zur Stoffgruppe der Sulfonylharnstoffe. Die Substanz kann bei Diabetes Typ 2 eingesetzt werden. Die blutzuckersenkende Eigenschaft beruht auf der Erhöhung der Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dabei ist die Wirkung von der Glucosekonzentration der Umgebung der Beta-Zellen unerheblich. Glibenclamid blockiert die Kaliumkanäle der Beta-Zellen. Somit findet kein Kaliumausstrom mehr statt, es kommt zu einer Depolarisation – die spannungsabhängigen Calciumkanäle öffnen sich, Calcium strömt ein und eine Insulinausschüttung wird bewirkt. Voraussetzung für den Einsatz von Glibenclamid ist eine bestehende Insulinproduktion.

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