Repetitorium Bipolare Störungen

Vorsicht bei Lithium und NSAR Nadine Tröbitscher, 16.11.2017 14:10 Uhr

Berlin - Schmerzmittel spielen im OTC-Geschäft eine große Rolle. Patienten suchen bei Gelenk- und Rückenschmerzen zuerst Hilfe in der Apotheke, denn ein Termin beim Orthopäden ist meist erst in mehreren Wochen in Aussicht. Bei der Abgabe von Analgetika ist jedoch auf Wechselwirkungen zu achten. Die Alarmglocken sollten beispielsweise bei der Kombination aus Lithium und Ibuprofen läuten.

Fall: Eine ältere Dame ist vor einigen Tagen auf dem feuchten Laub ausgerutscht und gestürzt. Seitdem plagen sie Rückenschmerzen. Die topische Anwendung von Schmerzgelen und Wärmebehandlungen waren nur mäßig erfolgreich. Eine Freundin habe Ibuprofen gegen die Schmerzen empfohlen. Im Laufe der W-Fragen ergibt sich eine Dauermedikation mit Lithium.

Analyse: Die Kombination aus Ibuprofen und Lithium kann zu einer Erhöhung der Serumlithiumspiegel führen. Grund ist eine verringerte Lithiumclearance, die womöglich vom tubulären Nierenprostaglandinsystem beeinflusst wird. Nicht-steroidale-Antirheumatika (NSAR) vermindern die glomeruläre Filtrationsrate und erhöhen die Lithiumrückresorption aus dem proximalen Tubulus. Somit steigt der Lithiumspiegel; die Folge können Intoxikationen sein.

Lithiumcarbonat wird zur Prophylaxe bipolarer affektiver Störungen und Episoden einer Major Depression eingesetzt. Außerdem kommt der Arzneistoff zur Therapie manischer Episoden sowie bestimmter akuter Depressionen zum Einsatz, wenn andere Antidepressiva nicht vertragen werden. Lithium besitzt eine geringe therapeutische Breite, daher sollten die Lithiumspiegel der Patienten kontrolliert werden. Die volle Wirksamkeit erreicht die Substanz in der Regel bei einem Spiegel von 0,5 bis 1,2 mmol/l. Patienten müssen einschleichend therapiert werden, bis die individuelle Dosis erreicht ist. Im Handel sind Retardtabletten, die üblicherweise morgens und abends mit Flüssigkeit eingenommen werden. Auf dem Markt sind verschiedene Lithiumverbindungen, die sich in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden. Dies sollte bei einer Umstellung beachtet werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema