Vorsicht bei Lithium und ACE-Hemmern

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Berlin - Im Apothekenalltag ist die Polypharmazie keine Seltenheit: Viele Patienten nehmen verschiedene Arzneimittelgruppen ein. Dabei gilt es wichtige und lebensbedrohliche Wechselwirkungen zu kennen, damit rechtzeitig reagiert werden kann. Eine solch gefährliche Kombination ist die Einnahme von Lithiumsalzen mit blutdrucksenkenden ACE-Hemmern.

Fall: Eine Frau mittleren Alters nimmt zur Behandlung ihrer bipolaren Störung Lithium schon über Jahre als Dauermedikation ein. Zur Einstellung und Behandlung ihres hohen Blutdrucks wurde ihr nun ein ACE-Hemmer verordnet.

Analyse: Der Plasmaspiegel von Lithium wird von allen Substanzen beeinflusst, die Einfluss auf die Natrium-Ausscheidung haben: ACE-Hemmer wie Ramipril, Captopril oder Enalapril können daher die Ausscheidung von Lithium verzögern. Die Folge sind erhöhte Plasmaspiegel, die mit starken Nebenwirkungen einhergehen, die bis hin zu Vergiftungserscheinungen reichen können.

Lithiumcarbonat wird zur Prophylaxe bipolarer affektiver Störungen und Episoden einer Major Depression eingesetzt. Außerdem kommt der Arzneistoff zur Therapie manischer Episoden zum Einsatz. Der genaue Wirkmechanismus der Lithiumsalze ist bislang nicht vollständig geklärt: Vermutlich beeinflusst die Substanz die Freisetzung von Neurotransmittern wie Noradrenalin und Serotonin. Möglich scheint auch eine regulierende Funktion an den Membranen der Nervenzellen bedingt durch die chemische Ähnlichkeit von Lithium mit Kalium und Natrium. Lithium wird unverändert und nahezu vollständig renal ausgeschieden. Im Handel sind Retardtabletten, die üblicherweise morgens und abends mit Flüssigkeit eingenommen werden.

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