Vorsicht bei Phenytoin und Folsäure

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Berlin - Wechselwirkung möglich: Antikonvulsiva können nicht nur mit verschiedenen Arzneimitteln Interaktionen eingehen, sondern auch mit Nahrungsergänzungsmitteln. Ein Beispiel ist die Wechselwirkung zwischen Folsäure und Phenytoin.

Fall: Eine Kundin mit Kinderwunsch ist auf der Suche nach einem Folsäurepräparat. Im Gespräch ergibt sich, dass die junge Frau an Epilepsie leidet und mit Phenytoin behandelt wird.

Analyse: Phenytoin ist ein antiepileptischer Wirkstoff, der zur Behandlung bestimmter Krampfanfall-Formen eingesetzt wird. Zum Indikationsgebiet gehören fokal eingeleitete generalisierende und generalisierte tonisch-klonische Anfälle sowie einfache und komplexe Partialanfälle. Auch zur Prophylaxe von Krampfanfällen bei neurochirurgischen Eingriffen wird der Wirkstoff eingesetzt. Zudem findet Phenytoin zur Behandlung bestimmter Schmerzformen wie neurogene Schmerzzuständen vom Typ des Tic douloureux und weiteren zentralen oder peripheren neurogenen Schmerzzuständen Einsatz.

Das Antiepileptikum besitzt krampflösende Eigenschaften. Der Arzneistoff besitzt eine hyperpolarisierende Wirkung auf erregbare Membranen und soll über die Verstärkung der inhibitorischen Impulsaktivität wirken. Phenytoin hemmt somit die Ausbreitung von Krampfpotenzialen in der Hirnrinde und beeinflusst auch die Erregungsbildung und -ausbreitung im Herzen. Der Wirkstoff besitzt ein hohes Interaktionspotential durch Induktion von CYP3A4, so dass Arzneimittel, die über dieses Isoenzym metabolisiert werden, in ihrer Dosis angepasst werden müssen. Denn durch Induktion von CYP3A4 werden die Wirkstoffe verstärkt abgebaut. Auf der anderen Seite wird Phenytoin von Arzneimitteln beeinflusst, die die Cytochrom P450 Isoenzyme CYP2C9 und CYP2C19 induzieren. So senken zum Beispiel Ciprofloxacin oder Ritonavir die Plasmakonzentration von Phenytoin. Benzodiazepine oder nicht-steroidale-Antirheumatika können beispielsweise die Serumkonzentration erhöhen.

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