Repetitorium Erkältungskombi

Kein Grippostad C mit Gyrasehemmern APOTHEKE ADHOC, 06.12.2018 13:28 Uhr

Berlin - Winterzeit ist Erkältungszeit: Grippale Infekte sind an der Tagesordnung. Bei Kunden beliebt und bei Experten umstritten sind Kombinationspräparate. Doch die Arzneimittel mit beispielsweise Schmerzmittel, Hustenstiller oder anregenden Substanzen bieten Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Beispielsweise sollten Grippostad C und Gyrasehemmer nicht gemeinsam eingenommen werden.

Fall: Eine Patientin leidet unter einem grippalen Infekt. Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber und eine verstopfte Nase machen der Kundin zu schaffen. Sie hätte gerne ein Arzneimittel für alles und verlangt nach Grippostad C (Paracetamol/Ascorbinsäure/Koffein/Chlorphenaminmaleat, Stada). Der Arzt hat aufgrund einer chronischen Sinusitis ein Antibiotikum verordnet. Ciprofloxacin soll zweimal täglich zu 500 mg über zwei Wochen eingenommen werden.

Analyse: Eine Kombination von Ciprofloxacin und Grippostad C kann mit Wechselwirkungen verbunden sein und wird daher nicht empfohlen. Grund ist eine Wirkverstärkung des enthaltenen Koffeins durch das Antibiotikum, die zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Ursache für die Wechselwirkung von Koffein und Gyrasehemmern ist CYP1A2 aus der Cytochrom-Gruppe P450. Koffein wird über das Isoenzym metabolisiert, wohingegen die Gyrasehemmer eine Hemmung verursachen. Ciprofloxacin kann daher die Ausscheidung von Koffein aus dem Körper verzögern. Die Folge kann eine Wirkverstärkung des Xanthin-Derivats sein, die sich in Unruhe, Schlaflosigkeit oder Herzklopfen äußern kann. Stärker als Ciprofloxacin oder Norfloxacin hemmt Enoxacin CYP1A2. Das Fluorchinolon dient der Behandlung von Harnwegsinfekten oder Gonorrhoe.

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