Fluorchinolone vor dem Aus?

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Berlin - Chinolone und Fluorchinolone stehen seit Langem in der Diskussion. Aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen wurde die Anwendung der Reserveantibiotika bereits eingeschränkt. Nun empfiehlt der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weitere Anwendungsbeschränkungen.

Die neuen Einschränkungen sind das Ergebnis von Untersuchungen zu möglichen Behinderungen oder dauerhaften Nebenwirkungen unter Fluorchinolonen und Chinolonen. Ziel der Überprüfung sei es, die potentiellen lang anhaltenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen zu minimieren. Der Review berücksichtige die Meinungen von Patienten, Fachpersonal und Wissenschaftlern, die diese an der öffentlichen Anhörung der EMA zu den Arzneistoffen im Juni vorgetragen haben.

In sehr seltenen Fällen würden Patienten, die mit Fluorchinolonen oder Chinolonen behandelt wurden, dauerhafte Nebenwirkungen erleiden, die sich hauptsächlich auf die Sehnen, Muskeln oder Knochen sowie das Nervensystem beziehen. Dass Fluorchinolone Sehnenschäden in Form von Entzündungen oder Rissen verursachen können, ist bereits seit den 60er-Jahren bekannt und wurde bereits in die Produktinformationen aufgenommen. Die Ruptur der Achillessehne wird dabei als besonders gefährlich angesehen und tritt mit erhöhtem Risiko bei älteren Personen ab dem 60. Lebensjahr auf. Die unerwünschte Arzneimittelwirkung kann bereits wenige Stunden nach der Einnahme auftreten oder bis zu vier Wochen nach Therapieende.

Nach der aktuellen Bewertung des PRAC sollen alle Chinolone vom Markt genommen werden, da diese nur für Infektionen zugelassen seien, die mit der Stoffgruppe nicht mehr behandelt werden sollen. In Deutschland sind die Arzneistoffe bereits vom Markt verschwunden, in anderen europäischen Ländern ist die Stoffgruppe jedoch noch verfügbar.

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