Ciprofloxacin verursacht DNA-Schäden

, Uhr

Berlin - Aufgrund der schwerwiegenden, teilweise irreversiblen Nebenwirkungen sollte Ciprofloxacin in der antibakteriellen Therapie nur unter strenger Indikationsstellung eingesetzt werden. Wie finnische Forscher im Fachjournal „Nucleic Acids Research” erstmalig berichten, verursacht das Antibiotikum mitochondriale DNA-Schäden im menschlichen Körper. Der gefundene Mechanismus erklärt wahrscheinlich viele unerwünschte Arzneimittelwirkungen der Fluorchinolone.

Antibiotika wie Ciprofloxacin, Norfloxacin, Enoxacin, Ofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin können Nebenwirkungen verursachen, die unter Umständen zu bleibenden Beeinträchtigungen führen können. Möglich sind Sehnenschäden in Form von Entzündungen oder Rissen. Die Ruptur der Achillessehne wird dabei als besonders gefährlich angesehen und tritt mit erhöhtem Risiko bei älteren Personen ab dem 60. Lebensjahr auf.

Die unerwünschte Arzneimittelwirkung kann bereits wenige Stunden nach der Einnahme auftreten oder bis zu vier Wochen nach Therapieende. Ärzte sollen, wenn antibiotische Therapiealternativen vorliegen, Fluorchinolone nicht mehr verordnen. Kürzlich schlug die US-Gesundheitsbehörde FDA Alarm, weil die Einnahme von Fluorchinolonen zu einem hypoglykämischen Koma als unerwünschte Arzneimittelwirkung führen kann. Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnte 2016 vor den Risiken.

Die Untersuchungen von der Arbeitsgruppe um Anu Hangas von der University of Eastern Finland liefern nun neue Erkenntnisse bezüglich der Mechanismen der Nebenwirkungen. Für ihre Analysen zogen sie Mitochondrien aus Zellkulturen heran. Sie isolierten die intakte mitochondriale DNA (mtDNA) der Zellen mittels einer Endoprotease und Lösungsmitteln. Die Studie sollte zeigen, welche Effekte Ciprofloxacin auf die Topologie der DNA-Moleküle ausübt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»