ARD: Unterschätzte Gefahr Ciprofloxacin

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Berlin - Warnung vor Fluorchinolonen: Das Erste zeigte in dieser Woche einen Beitrag zu Ciprofloxacin. Das Antibiotikum habe das Leben einer 35-jährigen Frau zerstört. Eine Heilung der durch schwere Nebenwirkungen ausgelösten Nervenschäden sei nicht in Sicht, ein normales Leben unmöglich.

Erschöpfung, Schwindel, Schmerzen und Nervenschäden sind die ständigen Begleiter der jungen Frau. Vor eineinhalb Jahren wurde Ciprofloxacin erstmals gegen eine Blasenentzündung und anschließend gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung verordnet. Darauf folgte der Zusammenbruch. Der nun behandelnde Arzt zeigt sich beeindruckt, wie viele Symptome der jungen Frau in das Raster der Nebenwirkungen von Ciprofloxacin passen. Dieses Spektrum war dem Mediziner zuvor nicht klar.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt jedoch seit Längerem vor den Fluorchinolonen. Den Breitbandantibiotika wird ein starkes Nebenwirkungspotential zugesprochen, mitunter sind bleibende Schäden und lebenslange Beeinträchtigungen die Folge. Die Stoffgruppe befindet sich noch in der Prüfung – Empfehlungen werden im nächsten Jahr erwartet, so das Erste.

Dass Fluorchinolone Sehnenschäden in Form von Entzündungen oder Rissen verursachen können, ist bereits seit den 60er-Jahren bekannt und wurde in die Produktinformationen aufgenommen. Die Ruptur der Achillessehne wird dabei als besonders gefährlich angesehen und tritt mit erhöhtem Risiko bei älteren Personen ab dem 60. Lebensjahr auf. Die unerwünschte Arzneimittelwirkung kann bereits wenige Stunden nach der Einnahme auftreten oder bis zu vier Wochen nach Therapieende. In Deutschland sind Ciprofloxacin, Norfloxacin, Enoxacin, Ofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin zugelassen.

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