Wer wird Millionär?

Jauch ruft Apotheker zu Hilfe

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Berlin -

Beim „großen Oster-Special“ der RTL-Quiz-Sendung „Wer wird Millionär“ hätten Mitarbeitende aus Apotheken die 64.000-Euro-Frage mit Bravour bestanden: „Was wird hierzulande offiziell als Fertigarzneimittel gehandelt?“ Zwar war die Kandidatin direkt auf dem richtigen Weg, rief aber trotzdem einen befreundeten Chirurgen an. Der äußerst irritierte Moderator Günther Jauch fragte im Publikum nach Apothekern.

Aus vier Antwortmöglichkeiten musste Kandidatin und Kindergartenleiterin Gabriela Steudle die richtige Lösung auswählen: Putzerfische, Schildläuse, Blutegel oder Blindenhunde? Schnell dachte sie, dass das die Blutegel sein müssten – „die tun einfach, was sie tun müssen, die kann man ja so ansetzen an der Haut“. Aufgrund der hohen Gewinnsumme wollte sie sich aber nicht nicht einfach auf ihr Bauchgefühl verlassen, sondern nutzte ihren letzten Joker und rief einen ehemaligen Chirurgen an. Bei diesem kam die Antwort direkt und überzeugend.

Da fackelte die Kandidatin nicht lange, doch Jauch wollte das irgendwie noch nicht so recht glauben. „Wo geht man denn hin und sagt: ‚Ich hätte gerne fünf Blutegel?‘ Wo kauft man Blutegel? In der Apotheke?“ Für Kandidatin die wahrscheinlichste Lösung. Doch Jauch ließ nicht locker. Ob diese dann lebendig seien und in Döschen verpackt? Und gezüchtet in der Apotheke im Aquarium, wo sie mit Blut gefüttert würden? Für den Moderator eine schwer nachvollziehbare und offenbar höchst irritierende Vorstellung.

Die Erklärung auf Jauchs Bildschirm bestätigte zunächst die Antwort auf die 64.000-Euro-Frage, Jauch wollte es aus dem Publikum dann noch einmal genauer wissen. Auf die Frage, ob Apothekerinnen oder Apotheker anwesend seien, verließen drei ältere Personen das Studio. Eventuell ging ihnen nach bereits mehr als zwei Stunden Aufnahmezeit die Puste aus. Begleitet wurden sie dabei aber von Gelächter, auch Jauch vermutete direkt „stummen Protest“. Er scheint sich im Klaren darüber zu sein, dass die Branche nicht gerade gut auf ihn zu sprechen ist.

Aufklärung aus dem Publikum

Eine ehemalige Angestellte aus einer Apotheke kann Jauch schließlich aufklären: „Tatsächlich werden die über den Großhandel geliefert, in einer Transportbox gekühlt. Dann kommen die in den Kühlschrank, sind also in einer Tüte feucht gelagert. Und dann werden die so abgegeben und mit nach Hause genommen und angesetzt.“ Zudem erklärt sie Jauch, dass die Blutegel dann meist von Heilpraktiker:innen an Patient:innen angesetzt werden und nicht allein zu Hause.

Aber Jauch und die Kandidatin sind weiterhin interessiert. Was das dann kosten würde und wie die Blutegel wohl bis zur Abgabe ernährt werden würden? Aber zu den Vorgängen beim Großhandel und dem Weg dorthin konnte dann auch die Zuschauerin keine genauen Details mehr liefern. Einen „Blutegel-Großhändler“ konnte Jauch nicht mehr ausfindig machen.

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