Wer wird Millionär?

Engelke braucht Apotheken-Joker

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Berlin -

Bei der Quizshow „Wer wird Millionär?“ von Günther Jauch war die Komikerin Anke Engelke plötzlich mit einer Frage aus dem Apothekenbereich konfrontiert: „In welcher Berufsgruppe lag der Anteil männlicher Beschäftigter in den letzten Jahren unter 5 Prozent?“ Zur Auswahl standen Kassierer, Kita-Betreuer, Friseure und Apotheker. 32.000 Euro war die Frage wert – und kostete Engelke ihren ersten Joker.

Die Komikerin schloss die Apotheker sofort aus und setzte auf die Kita-Betreuer, überlegte sogar, zu zocken. Jauch warnte, man könne es nicht wissen, bei seinem Friseur arbeiteten beispielsweise nur Frauen – dies sei eine klassische Frage für den 50:50-Joker. Dafür entschied sich Engelke schließlich. Übrig blieben Kita-Betreuer und Apotheker. Engelke entschied sich für die Kita-Betreuer – und lag richtig.

Jauch zufolge sind unter den Kita-Betreuern 4,9 Prozent Männer – doppelt so viele wie noch vor acht Jahren. Bei den Friseuren lag die Männerquote bei 7 Prozent, bei den Kassierern bei rund 10 Prozent. Unter den Apothekern schließlich seien knapp 20 Prozent Männer.

Tatsächlich sind knapp 17 Prozent der angestellten Apotheker in öffentlichen Apotheken männlich. Mehr Männer gibt es sonst unter den Apothekenleitern: In dieser Gruppe stellen Männer mit rund 53 Prozent sogar die Mehrheit. Der Frauenanteil unter den Leitern ist in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. Das ist jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass die absolute Zahl der Inhaber sinkt.

Insgesamt kommen die Pharmazeutinnen in öffentlichen Apotheken auf einen Anteil von 71,3 Prozent. Bei Pharmazieingenieuren beträgt die Frauenquote rund 98 Prozent, bei PKA und Helfern liegt sie bei etwa 96 Prozent. Bei den Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) – mit einem Frauenanteil von 77,4 Prozent – zeigt sich das Geschlechterverhältnis bei den Studenten. Insgesamt liegt der Frauenanteil in der öffentlichen Apotheke über alle Berufsgruppen bei 89,1 Prozent.

Außerhalb der öffentlichen Apotheke sind mehr männliche Apotheker vertreten. In Krankenhausapotheken liegt der Frauenanteil bei 66,4 Prozent. Insgesamt 1450 Pharmazeutinnen waren 2014 in Kliniken tätig. In Wirtschaft, Industrie und Verwaltung (WIV) lag der Frauenanteil zuletzt bei 59,6 Prozent.

Besonders beliebt bei Frauen waren Lehranstalten und Berufsschulen – hier betrug ihr Anteil an den insgesamt 460 Beschäftigten 77,3 Prozent. Dahinter folgen Prüfinstitute mit einem Frauenanteil von 65,3 Prozent sowie Behörden und Körperschaften mit 63,3 Prozent. Die wenigsten Frauen gibt es bei der Bundeswehr – ihr Anteil liegt bei 28,2 Prozent. Damit ist das Militär auch das einzige Arbeitsfeld, in dem es weniger Apothekerinnen als Apotheker gibt. Über alle Berufsfelder betrachtet liegt der Frauenanteil bei den Apothekern bei 69,2 Prozent.

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