Nahrungsergänzungsmittel

BfR: Mehr Vitamin D, weniger Folsäure Nadine Tröbitscher, 15.01.2018 07:58 Uhr

Berlin - Höchstmengenempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) aktualisiert: Derzeit existieren weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe. Dennoch hat sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) des Themas angenommen, seine Vorschläge überarbeitet und im Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht. Dabei gibt es überraschende Änderungen und Kritik.

NEM sollen eine gesunde und ausgewogene Ernährung ergänzen. Laut Experten werden jedoch entsprechende Produkte meist von Personen mit einem ohnehin gesunden Lebensstil genommen. Für diese Verwender werden die Supplemente jedoch als überflüssig angesehen. Denn: „Im Allgemeinen versorgt eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den gesunden Körper mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen“, schreibt das BfR. Hochdosierte Präparate steigerten gar das Risiko „unerwünschter gesundheitlicher Effekte“.

Dennoch ist der Markt groß – etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat ein NEM im regelmäßigen Gebrauch. Ein Viertel der Verwender schluckt täglich mehr als ein Produkt. Laut BfR verzeichnete der Markt von April 2013 bis März 2014 einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro. Vor allem Frauen und Personen älter als 35 Jahre mit höherem Bildungsstatus zählen zu den Verwendern. Die Produkte enthalten nicht nur Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch Aminosäuren, Fettsäuren, Pflanzenextrakte oder Mikroorganismen.

Die Experten nutzten für die Bewertung der Höchstmengen drei wesentliche Parameter: die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleiteten tolerierbaren maximalen Tagesdosierungen (UL), die Aufnahmemengen von Vitaminen und Mineralstoffen durch die tägliche Nahrung sowie die jeweiligen Zufuhrreferenzwerte. Das BfR ermittelte die Werte aus der Differenz von UL und Zufuhr über die übliche Ernährung. Als Bezugsgruppe wählten die Experten Personen zwischen 15 bis 17 Jahren und einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor von 2 – so soll einer möglichen Mehrfachexposition Rechnung getragen werd

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