Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin D: Hype oder sinnvoller Schutz? dpa, 25.04.2018 11:39 Uhr

Berlin - Für die Hersteller sind sie ein Millionengeschäft: Kleine Kapseln, die Vitamin D enthalten. Immer wieder ist in Deutschland von Mangel und Unterversorgung die Rede. Scheint ja auch kaum die Sonne hier. Und trotzdem braucht es in der Regel keine Pillen.

Sind Sie häufig müde? Arbeiten Sie in geschlossenen Räumen? Verwenden Sie Sonnencreme? Dann sind Sie womöglich unterversorgt. Das jedenfalls suggeriert ein Selbsttest auf der Internetseite eines Herstellers. Das Schöne ist: Der vermeintliche Mangel lässt sich ganz leicht beheben – mit dem frei verkäuflichen Präparat, das das Unternehmen anbietet. Es geht um Vitamin D.

Fest steht: Ein echter Vitamin-D-Mangel ist tatsächlich schädlich für die Gesundheit. Davon kann bei den meisten Menschen in Deutschland aber nicht die Rede sein.

Vitamin D ist die Vorstufe eines lebensnotwendigen Hormons, erklärt Professor Helmut Schatz aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Besonders wichtig ist es für gesunde Knochen, es beeinflusst aber auch die Funktion der Muskeln. Im Unterschied zu anderen Vitaminen nimmt der Mensch nur einen kleinen Teil des Vitamin D über die Nahrung auf – zum Beispiel über fetten Seefisch. 80 bis 90 Prozent bildet der Körper in der Haut selbst, mithilfe von Sonnenlicht.

Nun ist Deutschland nicht gerade sonnenverwöhnt. Immer mehr Menschen glauben daher offenbar, dass sie unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Für rund 177 Millionen Euro verkauften allein Apotheken im Jahr 2017 Vitamin-D-Präparate. Das hat das Marktforschungsunternehmen Iqvia ausgerechnet.

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