Keine Superkräfte für Vitamin D

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Berlin - Euphorie gebannt: Vitamin D steht in der Kritik – Stiftung Warentest warnt vor dem Sonnenvitamin, das streng genommen gar keins ist, sondern ein Prohormon. Das Fazit der Experten ist ernüchternd.

„Die Einnahme von Vitamin D-Präparaten kann nach derzeitiger Erkenntnis weder Krebs noch Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden vorbeugen“, schlussfolgert Warentest aus der aktuellen Studienlage. „Gesunden, aktiven Erwachsenen bringen Vitamin-D-Pillen nichts.“

Dabei sei die Wunderwaffe an vielen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Das Immunsystem beispielsweise könne bei gutem Vitamin D-Spiegel das Risiko für Erkältungskrankheiten und Infekte senken sowie vor Allergien schützen. Vitamin D moduliere das angeborene und erworbene Immunsystem, da Immunzellen Vitamin D-Rezeptoren besitzen. Die Bildung von Interleukinen funktioniere nur mit Vitamin D. Warentest bestätigt Hinweise, „dass eine Extraportion Vitamin D möglicherweise vor Atemwegsinfektionen und Asthmaanfällen schützen könnte“ – die Wahrscheinlichkeit sei jedoch sehr gering.

Laut Warentest konnte sich die Vermutung, Vitamin D vermindere das Sturzrisiko älterer Menschen, ebenfalls nicht halten. Das Gegenteil sei sogar der Fall, denn laut einer Studie stürzen Menschen älter als 70 Jahre mit hohem Vitamin D-Spiegel häufiger als Senioren mit normalen Werten. Bislang wurden Osteoporose-Patienten über 70 Jahren mit D3 zur Sturzprophylaxe substituiert – nicht zuletzt weil das Prohormon das Zusammenspiel zwischen Muskulatur und Nerven verbessern soll und die Patienten von der höheren Muskelkraft profitieren sollen.

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