Bisphosphonate und Calcium, ein alter Hut?

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Berlin -

Bisphosphonate sind aus der Osteoporose-Therapie kaum wegzudenken. Sie zählen zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln und werden häufig mit Calcium und Vitamin D3 kombiniert. Bei der Einnahme sind jedoch Besonderheiten zu beachten.

Fall: Eine ältere Dame möchte ein Rezept über Alendronsäure einlösen. Außerdem hat der Arzt Brausetabletten mit Calcium und Vitamin D3 verordnet. Aufgrund einer Osteoporose nimmt sie die Brausetabletten morgens und abends schon seit Längerem ein. Das Bisphosphonat ist jetzt neu dazugekommen.

Analyse: Alendronsäure ist das am häufigsten verordnete Bisphosphonat im Rahmen der Osteoprose-Behandlung. Calcium und Vitamin D3 stellen die Basistherapie dar und müssen ausreichend im Körper vorhanden sein, um einer Hypomagnesiämie und Hypokalziämie, verursacht durch das Alendronat, vorzubeugen. Fehlen beide Substanzen, ist die Knochenmineralisierung unter Alendronsäure gestört. Werden jedoch Calcium und Bisphosphonat zum gleichen Einnahmezeitpunkt angewendet, kann die Resorption von Alendronsäure gestört sein.

Das Bisphosphonat hemmt die durch die Osteoklasten vermittelte Knochenresorption ohne eine direkte Wirkung auf die Knochenbildung. Die Aktivität der Osteoklasten wird jedoch gehemmt und die Knochenmasse nimmt zu. Knochenab- und -aufbau befinden sich üblicherweise im Gleichgewicht. Dabei übernehmen die Osteoklasten die Abbauarbeiten und die Osteoblasten den Aufbau. Alendronsäure bindet an das im Knochen enthaltene Calciumphosphat und verstärkt so die Feinstruktur der Knochen – dieser wird fester.

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