TV-Tipp

ARD: Der Hype um das Sonnenvitamin Nadine Tröbitscher, 26.07.2017 14:44 Uhr

Berlin - Zwischen der Türkei-Krise und dem Fernbus-Boom zeigt das ARD heute um 21.45 Uhr in der Sendung Plusminus einen Beitrag zu Vitamin D. „Der Hype um das Sonnenvitamin verschlingt immer mehr Geld“, heißt es in der Ankündigung. „Viele Heilversprechen sind spekulativ.“

Laut Plusminus schlucken täglich etwa zwei Millionen Deutsche ein Präparat mit Vitamin D. „Ärzte und Krankenkassen sind alarmiert.“ Bereits im November nahm Marktcheck das Sonnenvitamin kritisch unter die Lupe. Das Resultat: Für die Hersteller ist Vitamin D3 ein lukratives Modepräparat. Professor Dr. Ingrid Mühlhauser gab zu bedenken: „Tatsache ist, dass man bei verschiedenen chronischen Erkrankungen tatsächlich niedrigere Vitaminspiegel messen kann. Aber das ist nicht der Beweis dafür, dass das die Ursache für diese Erkrankungen ist.“

Eine steile Karriere habe das Vitamin dennoch hingelegt, so der Beitrag. Wurden in den Apotheken im Jahr 2010 noch fünf Millionen Packungen abgegeben, waren es 2015 bereits 11,6 Millionen Packungen. „Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft“, so der Beitrag, nicht zuletzt wegen den „warmgoldenen Gesundheitsversprechen“. Es handle sich um einen wahren Alleskönner, dessen täglicher Bedarf umstritten sei. Alle Behauptungen stützten sich auf Beobachtungen – ein Beispiel: Depressive hätten nachweislich einen Vitamin D-Mangel, aber das liege womöglich daran, dass die Betroffenen das Haus nicht verließen.

Marktcheck fragte Pharmakritiker Professor Dr. Gerd Glaeske um Rat, der darauf hinwies, man nehme nicht genug Vitamin D über die Nahrung zu sich. Gehaltvoll sind fettreicher Fisch, Eier, einige Pilzsorten sowie Milchprodukte. Jedoch lassen sich über die Nahrung nur maximal 20 Prozent des Bedarfs decken. Um den Großteil des Sonnenvitamins selbst zu bilden, benötigt der Körper UV-B-Strahlen. Wer im Sommer genügend Sonne tankt und somit Vitamin D bildet und speichert, kann davon im Winter versorgt werden. Zudem können Verbraucher so auch nicht überdosieren – anders als bei der Einnahme von Präparaten, was im schlimmsten Fall Nierenprobleme mit sich bringt. Überdosierungen wurden auch im SWR Plusminus-Beitrag aus dem Jahr 2014 kritisch beurteilt. Vor drei Jahren titelte die Sendung mit: „Vitamin D: Geschäfte mit angeblichem Mangel“.
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