Vorsicht bei ASS und Citalopram

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Berlin -

Acetylsalicylsäure (ASS) ist nicht nur ein häufig eingesetztes Schmerzmittel, sondern findet auch zur Thrombozytenaggregationshemmung Anwendung. Doch einfach so sollte man den „Blutverdünner“ nicht einsetzten. Es sind sowohl Neben- als auch Wechselwirkungen möglich, beispielsweise mit Citalopram.

Fall: Eine Kundin wird seit Längerem mit Citalopram behandelt. Auf das Arzneimittel ist sie gut eingestellt. Sie habe gehört, die Einnahme von niedrig dosierter ASS könne das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt senken. Daher habe sie sich entschieden, ein entsprechendes Arzneimittel einzunehmen.

Analyse: Selektive-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Citalopram können in Kombination mit niedrig dosierter ASS das Risiko für gastrointestinale Blutungen erhöhen. Das Phänomen ist auf synergistische Effekte zurückzuführen. SSRI können den Serotonin-Spiegel der Thrombozyten beeinflussen. In der Folge wird das Blutungsrisiko durch Beeinflussung der Hämostase gesteigert. Vorsicht ist auch bei einer Kombination von SSRI mit Antikoagulantien geboten.

Serotonin ist ein Neurotransmitter sowie ein Gewebshormon und in vielen Stellen im Körper zu finden: im Gehirn als Botenstoff des Zentralnervensystems, im Magen-Darm-Trakt zur verbesserten Darmbewegung. Im Blut zirkuliert der Stoff frei und kann im Fall einer Verletzung durch Vasokonstriktion der kleinen Blutgefäße und verstärkte Trombozytenaggregation zu einer besseren Wundheilung verhelfen.

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