Antidepressiva

Citalopram: Wehe, wenn du absetzen willst Silvia Meixner, 05.06.2018 08:02 Uhr

Berlin - Rund eine Million Deutsche nehmen täglich Citalopram. Es ist das am häufigsten verordnete Psychopharmakon. In der „Zeit“ warnt jetzt ein Experte vor den unberechenbaren Folgen, die Kranke erleiden können, wenn sie Citalopram wieder absetzen wollen. Es drohen massive Entzugserscheinungen.

„Es ist davon auszugehen, dass Ärzte noch immer unterschätzen, wie oft Menschen nicht gut von ihren Antidepressiva loskommen“, sagt Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung Molekulares Neuroimaging am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Für manche Patienten, so die „Zeit“, seien die Tabletten ein Wunder. Sie helfen, die düsteren Schatten auf der Seele zu vergessen, hellen die Stimmung auf, trübe Gedanken, die Sehnsucht nach dem Tod sind in vielen Fällen nach kurzer Zeit wie von Zauberhand verschwunden. Vielen Patienten geht es nach Einnahme der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sogar so gut, dass sie sich überhaupt nicht mehr krank fühlen, die psychische Verfassung normalisiert sich vollends.

„Antidepressiva gehören zu den erfolgreichsten und am umfassendsten eingesetzten Mitteln der Medizin“, schreibt die „Zeit“. Citalopram war im Jahr 2016 beispielsweise das mit 290 Millionen Tagestherapiedosen (DDD) das am häufigsten verordnete Psychopharmakon in Deutschland. Doch wehe, wenn die Patienten das Medikament absetzen wollen.

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