Antidepressiva

SSRI: Neuer Wirkmechanismus entdeckt Deniz Cicek-Görkem, 11.12.2017 11:21 Uhr

Berlin - Bislang war bekannt, dass Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) den Abbau des Neurotransmitters Serotonin verlangsamen. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben nun einen zweiten Mechanismus entdeckt. Demnach sollen diese Gruppe der Antidepressiva zusätzlich den Kalzium-Transport in Nervenzellen blockieren und das Gehirn resistenter gegen Stress machen.

Als Hauptursache für Depression zählt seit Langem eine zu geringe Konzentration an Serotonin. Therapeutisch kommen bei diesem Krankheitsbild SSRI wie Citalopram, Escitalopram, Paroxetin und Sertralin zum Einsatz. Die Arzneistoffe beheben diesen Mangel, in dem sie die Wiederaufnahme hemmen und damit für höhere Konzentrationen der Substanz im synaptischen Spalt sorgen. Die Forscher des Universitätsklinikums Freiburg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Basel hatten aus Vorstudien jedoch den Verdacht, dass dies nicht der einzige Wirkmechanismus dieser Wirkstoffgruppe ist.

Deshalb untersuchten sie in einem Tiermodell Mäuse, die keinen Serotonin-Aufnahmemechanismus besaßen. Erwartungsgemäß hätten diese eigentlich nicht auf die SSRI-Gabe reagieren dürfen. „Zu unserer großen Überraschung zeigte sich auch bei Tieren ohne Serotonin-Transporter ein antidepressiver Effekt“, sagt Professor Dr. Claus Normann, Studienleiter und Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Forscher stellten fest, dass die Antidepressiva in einen zentralen Lern- und Anpassungsmechanismus des Gehirns eingreifen, der neurowissenschaftlich als „synaptische Plastizität“ bezeichnet wird. Um neue Reize zu verarbeiten und sich an Stress anzupassen, müssen neue Nervenverknüpfungen im Gehirn gebildet werden. Es ist bekannt, dass diese Fähigkeit bei Depressiven schwächer ist als bei Gesund

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