Narkosemittel

Depression: Renaissance für Ketamin Nadine Tröbitscher, 08.12.2017 13:49 Uhr

Berlin - Von der illegalen Partydroge zum Hoffnungsträger: Forscher konnten für das Narkose- und Schmerzmittel Ketamin eine antidepressive Wirkung bestätigen. Der neu entdeckte Wirkmechanismus könnte für die Entwicklung von Antidepressiva einer neuen Generation eine Rolle spielen.

Etwa 16 Prozent der Weltbevölkerung leiden in ihrem Leben unter Depressionen – Tendenz steigend. Die zur Verfügung stehenden Arzneimittel können nicht alle Betroffenen angemessen behandeln. Den Medizinern gehen für etwa ein Drittel der Patienten die Therapieoptionen aus – soviele Patienten sprechen auf die im Handel befindlichen Arzneistoffe nicht an. Das Problem: Die Wirkung gängiger Antidepressiva setzt zum Teil erst nach mehreren Wochen oder gar nicht ein.

Bereits in der Vergangenheit wurde über Ketamin als neue Wunderwaffe berichtet. Der Arzneistoff ist als illegale Clubdroge und Narkosemittel bekannt. Jedoch kann der Rausch von Halluzinationen, Angstzuständen, Flashbacks und Schlaflosigkeit geprägt sein. Umso erstaunlicher sind die Entdeckungen von Forschern, die im vergangenen Jahr im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden.

Während die Wirkung von Ketamin durch eine antagonistische Wirkung am Glutamat-abhängigen N-Methyl-D-Asparat-Rezeptor zustande kommt, ist die antidepressive Wirkung vom NMDA-Antagonismus unabhängig. Somit bleiben die typischen Ketamin-Nebenwirkungen aus. Für die schnelle und anhaltende antidepressive Wirkung ist laut Forschungsergebnis ein Nebenprodukt verantwortli

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