Psilocybin bei Depressionen

FDA genehmigt Zauberpilz-Studie Deniz Cicek-Görkem, 02.11.2018 09:10 Uhr

Berlin - Zauberpilze, sogenannte Magic Mushrooms, sind seit Längerem im Visier der Wissenschaft. Bisherige Untersuchungen geben zahlreiche Hinweise, dass ein Inhaltsstoff Psilocybin therapeutisch bei einer Depression angewendet werden könnte. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat kürzlich der Firma Compass Pathways eine Studie genehmigt, in der Patienten mit behandlungsresistenter Depression mit dem Wirkstoff therapiert werden sollen. Wenn die Ergebnisse ausreichend positiv sind, könnte bald ein Arzneimittel mittels eines beschleunigten Zulassungsverfahrens auf den Markt kommen.

Die FDA unterscheidet vier unterschiedliche beschleunigte Zulassungsarten, eine davon ist die „Breakthrough Therapy”. Seitens der Behörde wird sie als ein Alternative definiert, „um die Entwicklung und Überprüfung von Arzneimitteln zur Behandlung eines schweren Zustands zu beschleunigen und vorläufige klinische Beweise zeigen, dass das Medikament eine wesentliche Verbesserung gegenüber der verfügbaren Therapie an klinisch signifikanten Endpunkten zeigen kann”.

In den USA wurde die Psilocybin-Behandlung auf Antrag des Unternehmens nun als „Breakthrough Therapy” eingestuft. Die Untersuchung wird für die Staaten die erste groß angelegte klinische Studie mit Psilocybin als Therapie sein. Sie soll im nächsten Jahr in Europa und Nordamerika stattfinden. Einem Medienbericht zufolge haben bereits drei Länder eine entsprechende behördliche Genehmigung für Studien mit Psilocybin als Therapie erhalten. Dazu gehörten Großbritannien, Kanada und die Niederlande.

Zauberpilze sind psychoaktive Pilze, die die Indolalkaloide Psilocybin und Psilocin enthalten. Erstmals wurden diese Substanzen von Albert Hofmann, dem Entdecker des LSD, aus mexikanischen Rauschpilzen isoliert. Die Einnahme kann zu körperlicher Leichtigkeit und Energie, Euphorie und Freude führen. Die Wirkung ähnelt jener von LSD, ist aber von kürzerer Dauer. Deshalb werden sie missbräuchlich zu Rauschzwecken eingesetzt. Gegenwärtig erfahren die Alkaloide vermehrt pharmazeutische Beachtung, da sie Potenzial zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen besitzen und gut verträglich sind.

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