40.000 Euro: Phoenix kürt Pharmazie-Profs

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Berlin - Phoenix hat in diesem Jahr Pharmazie-Professoren aus Jena, Frankfurt und Heidelberg für ihre innovativen Forschungsprojekte ausgezeichnet. Die Wissenschaftler widmeten sich in ihren Studien Magic Mushrooms, Wundauflagen durch Bakterien, Steatohepatitis und Plexin-B2-Signalisierung. Der Mannheimer Großhändler ehrt die Projekte mit insgesamt 40.000 Euro.

Phoenix prämiert seit 1996 mit dem Wissenschaftspreis jährlich Studien mit pharmazeutischer Relevanz. Gefragt sind Arbeiten aus den Fachbereichen Pharmakologie und Klinische Pharmazie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Chemie sowie Pharmazeutische Technologie. Eine unabhängige Jury unter der Leitung von Professor Dr. Jörg Kreuter von der Goethe-Universität Frankfurt bewertet die Einreichungen. Teilnehmen können Universitäten aus dem deutschsprachigen Raum. Jährlich gibt es rund 50 Einreichungen.

Am Donnerstagabend wurde der Wissenschaftspreis zum 22. Mal verliehen. „Mit inzwischen über 80 ausgezeichneten Forschungsarbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz leisten wir mit dem Phoenix-Pharmazie Wissenschaftspreis unseren Beitrag, damit pharmazeutische Spitzenforschung in der DACH-Region eine Heimat hat“, sagte Konzernchef Oliver Windholz. Bei den Studien handele es sich um Spitzenforschung, die für die Gesundheitsversorgung von Menschen weltweit bahnbrechend sein könne.

Ausgezeichnet in der Kategorie Pharmazeutische Biologie wurde die Arbeit „Enzymatic Synthesis of Psilocybin“ (veröffentlicht in: Angewandte Chemie International Edition 56, 12352-12355) unter der Leitung von Professor Dr. Dirk Hoffmeister am Institut für Pharmazie der Universität Jena. Das Team hinterfragte, ob „Magic Mushrooms“ Depressionen behandeln können. Pilze wie Psilocybe cubensis enthalten Psilocybin, welches Strukturähnlichkeit zum Serotonin aufweist. Psilocybin führt zu Bewusstseinsveränderungen und ist wie LSD ein klassisches Halluzinogen. Es greift als partieller Agonist hauptsächlich am 5HT2A-Rezeptor des menschlichen zentralen Nervensystems an.

Psilocybin wird derzeit hinsichtlich seines Einsatzes zur Behandlung therapieresistenter Depressionen oder bei Angstzuständen im Zuge fortgeschrittener Krebserkrankungen in klinischen Studien der Phase III untersucht. Die Arbeitsgruppe um Hoffmeister konnte Psilocybin in einer kombinierten Reaktion mit PsiD, PsiK und PsiM in vitro synthetisiert nachweisen. Angesichts des wieder aufkommenden pharmazeutischen Interesses an Psilocybin schaffen diese Ergebnisse eine Grundlage für dessen biotechnologische Produktion in vitro oder in vivo.

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