Psilocybin: Pilzhalluzinogen gegen Alkoholsucht? | APOTHEKE ADHOC
Untersuchungen im Tiermodell

Psilocybin: Pilzhalluzinogen gegen Alkoholsucht?

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Berlin -

Psilocybinhaltige Pilze haben vor allem in Bezug auf die Behandlung von Depressionen an Bekanntheit erlangt. Mehrere Studien konnten die Wirksamkeit bereits belegen. Nun hat ein Team des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim die Substanz als Therapieoption gegen Alkoholsucht untersucht.

Die sogenannten „Magic Mushrooms“ und ihre Inhaltsstoffe stehen schon länger im Visier der Wissenschaft. Mehrere Studien haben sich bereits mit dem Einsatz des Halluzinogens Psilocybin bei Depressionen beschäftigt und Hinweise auf eine positive Wirkung geliefert. Die Wirkung kommt über einen bestimmten Subtyp des Serotonin-Rezeptors 5-HT2A zustande. Von der US-Arzneimittelagentur FDA wird der Wirkstoff mittlerweile als möglicher Therapiedurchbruch bewertet. Viele Wissenschaftler:innen sehen großes Potenzial in Psilocybin.

Neurotransmitter Glutamat im Fokus

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit hat nun den möglichen Einsatz bei Alkoholabusus untersucht. Bei der Sucht kommt es zu Störungen der „exekutiven Gehirnfunktionen“ – diese sind für die Steuerung von Verhalten, Aufmerksamkeit und Gefühlen zuständig. Im Fokus steht dabei der Neurotransmitter Glutamat. Nach bisherigen Erkenntnissen kann Psilocybin die Wirkung von Glutamat auf den Rezeptor verstärken und so bei der Suchterkrankung helfen.

Für die Untersuchungen wurden die Tiere zunächst alkoholabhängig gemacht, indem sie regelmäßig über Wochen mit Alkohol bedampft wurden. Dadurch entwickeln die Tiere ein starkes Verlangen nach der Droge, was sich durch einen Verlust des metabotropen Glutamatrezeptors 2 (mGluR2) bemerkbar macht. Durch eine Therapie, welche die Produktion von mGluR2 steigert, konnten die exekutiven Funktionen wieder gesteigert werden.

Psilocybin zeigt Erfolge im Tiermodell

Die Einnahme von Psilocybin verfügt über eine derartige Wirkung: Nach der Therapie kam es bei den Tieren zu einer Verbesserung der mGluR2-Funktion und einer verminderten Abhängigkeit. Ob es beim Menschen zu ähnlich guten Ergebnissen kommt, bleibt offen und muss in weiteren Studien untersucht werden.

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