FDA: Zulassungsempfehlung für nasales Esketamin

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Berlin - In den USA leben mehr als zwei Millionen Menschen mit einer therapieresistenten Depression. Weltweit sollen es mehr als 300 Millionen Betroffene sein. Bald könnte in den USA eine neue Therapieoption zur Verfügung stehen. Das Psychopharmacologic Drug Advisory Committee (PDAC) und das Drug Safety and Risk Management Advisory Committee (DSRM) der US-Arzneimittelagentur FDA haben dem Esketamin-Nasenspray Spravato die Zulassungsempfehlung ausgesprochen. Janssen hatte im September den Zulassungsantrag gestellt.

Die Zulassungsempfehlung für das (S)-Enatiomer von Ketamin erfolgte mehrstimmig – 14 Ja-Stimmen, zweimal Nein und eine Stimmenthaltung sind das Ergebnis. Die endgültige Entscheidung der FDA wird im März erwartet. Esketamin könnte also in den USA zur Therapie der behandlungsresistenten Depression eine Zulassung erhalten. Somit könnte das Nasenspray bei Patienten eingesetzt werden, die zuvor auf die Behandlung mit zwei verschiedenen Antidepressiva nicht ausreichend angesprochen haben. Bei positivem Votum würde erstmals seit 30 Jahren für die Betroffenen eine neue Therapieoption mit neuem Wirkmechanismus zur Verfügung stehen.

Die Entscheidung der FDA-Ausschüsse ist auf die Daten von fünf Phase-III-Studien (drei Kurzzeitstudien über vier Wochen, eine Studie zum anhaltenden Effekt und eine Langzeitstudie über einen Zeitraum von 52 Wochen an Patienten mit behandlungsresistenter Depression) zu Wirksamkeit und Sicherheit von Spravato zurückzuführen. Unterstützend können Daten aus drei Phase-II-Studien und 19 Phase-I-Studien an Patienten der Indikationsgruppe und gesunden Teilnehmern vorgelegt werden. „Unser umfassendes Forschungsprogramm für Esketamin-Nasenspray unterstützt ein positives Nutzen-Risiko-Profil für Erwachsene mit behandlungsresistenter Depression“, sagt Dr. Husseini K. Manji von Janssen Research & Development.

Die Daten der Kurz- sowie Langzeitstudien zeigen für die Kombination aus Esketamin-Nasenspray plus neuem oralem Antidepressivum im Vergleich zu Placebo plus neu initiierter oraler antidepressiven Behandlung eine statistisch signifikante, klinisch bedeutsame, schnelle und anhaltende Besserung der depressiven Symptome bei den behandlungsresistenten Probanden. Unterschiede in puncto Sicherheit zwischen Langzeit- und Kurzzeitstudie gab es nicht. Die Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Ketamin-Wirkungen war gering. Wenn die Therapie beendet wurde, dann typischerweise in den ersten Wochen der Behandlung. Zu den dokumentierten Nebenwirkungen zählen unter anderem Benommenheit, Schwindel, Bluthochdruck oder Sedierung kurz nach der Anwendung des Nasensprays. Im Laufe des Tages verschwanden die unerwünschten Wirkungen wieder.

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