Heilpflanzen

Fresh-up Johanniskraut APOTHEKE ADHOC, 13.09.2017 13:33 Uhr

Berlin - Der Einsatz des gelbblühenden Johanniskrauts bei leichten depressiven Verstimmungen ist unumstritten. Die Heilpflanze wird jedoch nicht nur innerlich aufgrund seiner stimmungsaufhellenden Eigenschaft genutzt. Das Rotöl wird auch äußerlich zur Narbenpflege angewendet. Was steckt drin im Hypericum und auf welche Wechselwirkungen ist zu achten? Ein Steckbrief der Arzneipflanze des Jahres 2015.

Hypericum perforatum ist am Wegesrand zu finden und steht von Juni bis September in goldgelber Blüte. Wer jedoch die Blütenblätter zwischen den Fingern zerdrückt, setzt eine rote Flüssigkeit frei, die früher zum Färben verwendet wurde. Heute wird das Kraut arzneilich genutzt. Blätter, Blüten und Stengel enthalten die wirksamen Bestandteile. Die roten Farbstoffe, die Naphthodianthrone Hypericin und Pseudohypericin, sind zu 0,1 bis 0,3 Prozent enthalten. Außerdem enthalten sind das Phloroglucinderivat Hyperforin, die Flavonoide Hyperosid und Rutosid sowie ätherisches Öl.

Johanniskraut und seine Zubereitungen besitzen antidepressive, angstlösende und stimmungsaufhellende Eigenschaften. Innerlich können die Präparate bei innerer Unruhe, Ängstlichkeit, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Stimmungsschwankungen bis zur Behandlung von leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen eingesetzt werden. Empfohlen ist eine Dosierung von 900 mg pro Tag. Betroffene können die Dosis einmal täglich einnehmen. Unterschiedlich hoch dosierte Präparate sind sowohl als apothekenpflichtige Arzneimittel als auch freiverkäuflich in der Drogerie zu finden. Die Wirkung baut sich zu Beginn der Behandlung auf und erreicht nach etwa 14 Tagen ihr Optimum. Patienten sollten über den verzögerten Wirkeintritt informiert werden, um einen vorzeitigen Therapieabbruch zu vermeiden.

Die antidepressiven, angstlösenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften der Pflanze können auf Hyperforin zurückgeführt werden. Der Inhaltsstoff soll die Wiederaufnahme bestimmter Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptische Nervenzelle hemmen und deren Abbau verhindern. Somit wirkt das pflanzliche Präparat wie ein synthetisches Antidepressivum und erhöht die Konzentration an Neurotransmittern im synaptischen Spalt. Außerdem wird eine Hemmung der Monoaminooxidase für den Gesamtextrakt in Betracht gezogen.

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