Öko-Test

Johanniskraut: Apotheke sehr gut, Drogerie mangelhaft APOTHEKE ADHOC, 26.01.2018 09:05 Uhr

Berlin - Der Einsatz des stimmungsaufhellenden Johanniskrauts bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist unumstritten. Wie gut die im Handel befindlichen Präparate sind und ob sie wirklich helfen können, untersuchte Öko-Test. Die Arzneimittel aus der Apotheke haben im Test die Nase vorn.

16 Millionen Euro wurden laut Zahlen von IMS/Iqvia im Jahr 2016 mit rezeptfreien Johanniskraut-haltigen Präparaten in den Apotheken umgesetzt. Öko-Test hat 20 Produkte aus Offizin und Drogerie kritisch bewertet. Die einzelnen Präparate kosteten zwischen 3,55 Euro und 36,20 Euro. Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt stand dem Magazin zur Seite. Bewertet wurden Wirksamkeit und deren Belege sowie die Beipackzettel, Hilfsstoffe und Verpackung.

Unter den Testprodukten aus der Apotheke waren unter anderem Jarsin 300 mg (Casella-med), Kira (Niehaus), Laif 612 und Laif 900 Balance (Bayer), Neuroplant (Dr. Willmar Schwabe), Felis 425 mg (Hexal), Hypericum Stada, Johanniskraut 650 1A Pharma und Johanniskrat Al. Die Produkte aus der Drogerie im Test kommen beispielsweise von Abtei, Altapharma (Rossmann), Das Gesunde Plus (dm), Tetesept und Kneipp. Unter den Präparaten sind zwölf OTC-Arzneimittel sowie acht freiverkäufliche traditionelle pflanzliche Mittel.

Die fünf rezeptfreien Arzneimittel Jarsin, Kira sowie beide Laif-Produkte und Neuroplant wurden mit der Note „sehr gut“ bewertet. Die Tester hatten nichts zu bemängeln. Die Wirksamkeit der einzelnen Extrakte konnte in Studien belegt werden. Die Dosierungen seien ausreichend hoch und entsprächen der aktuellen Leitlinie zu unipolaren Depressionen, so Öko-Test. Laif 612 ist allerdings seit Jahresbeginn als „außer Vertrieb“ gekennzeichnet. Als offizieller Nachfolger ist Laif 900 Balance gelistet. Sieben weitere Produkte aus der Apotheke wurden mit dem Gesamturteil „gut“ bewertet. Punkteabzug gab es lediglich für die fehlenden direkten Wirksamkeitsnachweise. Zudem liegt der Wirkstoffgehalt unter den effektiven Tagesdosierungen.

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