Therapieoptionen

Johanniskraut für depressive Herzpatienten Cynthia Möthrath, 09.08.2019 15:34 Uhr

Berlin - Herzpatienten entwickeln häufig auch psychische Probleme wie Angstgefühle oder Depressionen: Die Therapie kann aufgrund von Wechselwirkungen oder Kontraindikationen schwierig sein. Eine pflanzliche und vor allem sichere Alternative zu chemischen Antidepressiva stellt Johanniskraut dar.

Psychische und organische Leiden sind oft eng miteinander verwoben: Stress erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt. Andererseits entwickeln Patienten mit Herzerkrankungen jedoch auch häufiger psychische Erkrankungen. Nach einem Herzinfarkt entwickeln viele Betroffene eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen reagieren häufig empfindlich auf jede noch so kleine Änderung des Herzschlags. Sie geraten schneller in Panik, das wiederrum schüttet Stresshormone aus: Es entsteht ein Teufelskreis.

Um diesen zu durchbrechen, sollte die Depression in jedem Falle behandelt werden. Aufgrund der Herzbeschwerden gibt es jedoch bei der Auswahl der richtigen Therapie einiges zu beachten: Unerwünschte kardiale Nebenwirkungen und potenzielle Wechselwirkungen mit der weiteren Medikation müssen ausgeschlossen werden. So können trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin und Opipramol aufgrund von kardiovaskulären Risiken wie beispielsweise vegetativen Nebenwirkungen die Gefahr von Herzrhythmusstörungen und gesteigerter Infarkthäufigkeit erhöhen. Substanzen aus dieser Wirkstoffgruppe sollten daher bei kardialer Komorbidität nicht verwendet werden.

Gleiches gilt für den Einsatz von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI): Wegen möglicher ungünstiger Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten ist Vorsicht geboten. Rote-Hand-Briefe zu Citalopram und Escitalopram warnten in der Vergangenheit vor dosisabhängiger QT-Zeit-Verlängerung im EKG bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Citalopram sollte laut der S3-Leitlinie für Unipolare Depression bei Patienten mit Herzerkrankungen daher nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei Patienten mit zusätzlich erhöhtem Risiko für eine QT-Zeit-Verlängerung besteht zudem eine klare Kontraindikation.

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