Repetitorium Triptane

Vorsicht bei Naratriptan und Johanniskraut Nadine Tröbitscher, 27.10.2017 14:08 Uhr

Berlin - Fast jeder wurde von ihr schon einmal heimgesucht – der Kopfschmerzattacke. Es ist nicht nur schwer, den Schmerz einzuordnen, sondern auch das passende Arzneimittel zu finden. Denn die Wirkstoffe bergen ein großen Wechselwirkungspotenzial. Außerdem gibt es Alters- und Abgabebeschränkungen, etwa bei den Triptanen. Beratungsbedarf gibt es bei der Kombination Johanniskraut und Triptan.

Fall: Eine Stammkundin klagt über starke migräneartige Kopfschmerzen. Seit einiger Zeit werde sie von Schmerzattacken heimgesucht. Die Tochter habe ihr Naratriptan empfohlen. Ein Blick in die Kundenkarte zeigt gleich mehrere Gründe, warum ein Triptan nicht in Frage kommt. Zum einen ist die Dame über 65 Jahre alt und zum anderen nimmt sie ein Johanniskrautpräparat ein. In beiden Fällen sollten die Alarmglocken läuten.

Analyse: Triptane sind strukturell mit dem Botenstoff Serotonin verwandt und können, wenn auch selten, in Kombination mit Johanniskraut zu einem Serotonin-Syndrom führen. Naratriptan kann somit die Nebenwirkungen von Johanniskraut verstärken. Symptome können Krämpfe und Muskelzuckungen, Schwitzen, Ruhelosigkeit, Schüttelfrost oder Tremor sein. Zum anderen sind Triptane in der Selbstmedikation für Patienten über 65 Jahren nicht empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit bei älteren Patienten nicht beurteilt wurden. Patienten mit Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder koronaren Herzkrankheiten dürfen Triptane daher, wenn überhaupt, nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Triptane sollten außerdem nur abgegeben werden, wenn der Patient vom Arzt eine Migräne diagnostiziert bekommen hat. Bei einem „normalen Kopfschmerz“ ist die Stoffgruppe wirkungslos.

Naratriptan wirkt gefäßverengend und unterbindet die Freisetzung von Schmerz- und Entzündungsmediatoren. Der Arzneistoff ist ein selektiver Agonist am 5-Hydroxytryptamin-Rezeptor, der eine vaskuläre Kontraktion bewirkt. Die Stoffgruppe kann somit Einfluss auf den Serotoninstoffwechsel nehmen, der auch bei der Schmerzverarbeitung eine Rolle spielt. Innerhalb von 24 Stunden dürfen beispielsweise von Naratriptan 5 mg nicht mehr als zwei Tabletten eingenommen werd

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