Blutdruckanstieg bei Amitriptylin und Clonidin

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Berlin -

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung: Vorsicht ist vor allem bei der Kombination von Arzneimitteln geboten. Wechselwirkungen sind keine Seltenheit und werden in den Apotheken aufgedeckt, beispielsweise bei einer routinemäßigen Blutdruckmessung.

Fall: Eine Kundin möchte in der Apotheke ihren Blutdruck überprüfen lassen. Sie messe zwar zu Hause, aber in den letzten Tagen seien die Werte ungewöhnlich hoch. Seit Langem nimmt die Dame bereits Clonidin ein und war gut darauf eingestellt. Die Frage nach anderen Medikationen beantwortet sie nur zögerlich. Aufgrund einer bestehenden Migräne nehme sie Amitriptylin. Das Arzneimittel wird jedoch auch bei Depressionen eingesetzt.

Analyse: Zwischen Amitriptylin und Clonidin kann es zu einer Wechselwirkung kommen. Ursache ist eine Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung des Antihypertensivums. In der Folge kann es zu einem Blutdruckanstieg kommen.

Amitriptylin gehört zur Stoffgruppe der trizyklischen Antidepressiva und wird zur Therapie depressiver Erkrankungen wie Episoden einer Major Depression eingesetzt. Außerdem wird der Arzneistoff zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen und zur prophylaktischen Behandlung von chronischen Spannungskopfschmerzen oder Migräne genutzt.

Der nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer besitzt anticholinerge, analgetische und sedierende Eigenschaften. Amitriptylin blockiert die Rückresorption und somit die Inaktivierung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin. Die antidepressive Wirkung setzt jedoch erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein.

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