Achtung! Diese Fehler lauern in der Rezeptur

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Berlin - Mehr als sieben Millionen Standardrezepturen für gesetzlich Versicherte fertigen die Apotheken pro Jahr auf ärztliche Verordnung an. Hinzu kommen noch solche, die nicht mit der Kasse abgerechnet werden, grüne Rezepte sowie individuelle Kundenwünsche. Die Häufigkeit zeigt, dass Rezepturen unverzichtbar in der pharmazeutischen Betreuung sind. In der Hektik des Berufsalltag können bei der Arzneimittelherstellung falsche Entscheidungen getroffen werden. Ein Übersicht zu den häufigsten Fehlern in der Rezeptur.

Ganz am Anfang der Rezepturherstellung kann es bei der Auswahl der Wirkstoffe zu Verwechslungen kommen – ähnlich klingende Substanzen können in die Irre führen. Die gewünschte Wirkung der Rezeptur kann auch ausbleiben, weil beispielsweise das Salz nicht für die Indikation geeignet ist. Zu den prominenten Beispielen gehört Betamethason-17-valerat, das mit Betamethason oder Betamethason-21-valerat verwechselt werden kann.

Bei Dexamethason, Hydrocortison und Prednisolon kann versehentlich die -acetat-Variante gewählt werden. Bei Hydrocortison/-acetat kann sich das auf die Löslichkeit auswirken: Hydrocortison hat gegenüber der Ester-Form eine höhere Löslichkeit bei der Herstellung von Hautspiritus-Rezepturen. Hydrocortisonacetat ist im Vergleich zu Hydrocortison oxidationsstabiler in Rezepturen mit höheren pH-Werten oder prooxidativen Faktoren. Weiterhin kann Triamcinolonacetonid mit dem topisch nahezu unwirksamen Triamcinolon verwechselt werden.

Rezepturen müssen vor der Herstellung auf Plausibilität geprüft werden, dabei können manifeste und larvierte Inkompatibilitäten auftreten. Beispielsweise kann es zur Ausfällung von Salzen kommen, weil eine Säure und Base gleichzeitig verrührt wurde. Um derartige Fehler zu vermeiden, sollten kationische Stoffe nicht mit anionischen Stoffen, phenolische oder grenzflächenaktive Stoffe nicht mit nichtionischen PEG-haltigen Hilfsstoffen oder Celluloseethergelen, grenzflächenaktive Stoffe nicht mit wasserhaltigen, lipophilen Cremes (W/O) kombiniert sowie Salben und Cremes nur mit identischen Systemtypen gemischt werden. Auch die Optimierung des pH-Werts spielt bei vielen Rezepturen eine große Rolle. Manche Substanzen sind nur bei einem bestimmten Bereich stabil.

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