Zertifikate: 30 Prozent noch nicht wieder dabei

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Berlin - Seit Ende vergangener Woche können die meisten Apotheken wieder digitale Impfzertifikate ausstellen. Doch der Service funktioniert längst noch nicht überall, wie eine Blitzumfrage bei aposcope am Vormittag ergeben hat. Demnach läuft das System fast nie ganz stabil und rund jede vierte Apotheke kann noch gar keine Zertifikate ausstellen. Je nach Softwarehaus ist der Service unterschiedlich gut verfügbar.

69 Prozent der 102 Teilnehmer:innen gaben an, dass sie in ihrer Apotheke jetzt wieder Impfzertifikate ausstellen können. Allerdings läuft das nur bei 15 Prozent „einwandfrei“, die übrigen 54 Prozent gaben an, dass das System nur „lückenhaft“ funktioniert. Tatsächlich berichten die Apothekenteams in der Praxis immer wieder von vorrübergehenden Ausfällen.

Doch 30 Prozent der Apotheken können laut Befragung können derzeit noch keine Zertifikate ausstellen. Dazu zählen auch die nach Schätzungen zwischen 5 und 10 Prozent der Apotheken, die noch immer nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind. Denn dies ist nach dem Umzug des Zertifikatemoduls eine zwingende Voraussetzung. Die Softwarehäuser werden bereits mit Anfragen von Apotheken bombardiert, die jetzt möglichst schnell einen TI-Anschluss haben wollen.

Auch beim Freischalten der an die TI angeschlossenen Apotheken mussten die Softwarehäuser teilweise individuell aktiv werden. Je nach System war der Aufwand unterschiedlich groß. Besonders erfolgreich waren laut Umfrage Pharmatechnik und CGM Lauer: Nur knapp 15 Prozent der befragten Pharmatechnik-Kunden gaben an, dass die Zertifikatsausstellung bei ihnen noch nicht funktioniert, bei den CGM-Kunden waren es knapp 18. Zum Vergleich: bei ADV war es ein Drittel der Befragten und bei Awinta – dem verbreitetsten System unter den Umfrageteilnehmern – mit 52 Prozent über die Hälfte. Allerdings sind die Fallzahlen pro Softwarehaus auch im Rahmen der Blitzumfrage recht gering.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 2. August 2021 zwischen 10:20 und 11:20 Uhr insgesamt 102 verifizierte Apotheker:innen und PTA teil.

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