Laumann besucht Overwiening-Apotheke

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Berlin - Dass Kammerpräsidentin Gabriele Overwiening ein kurzen Draht zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat, ist hinlänglich bekannt. Auch zu NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bestehen gute Kontakte. Jetzt besuchten Laumann und die CDU-Landtagsabgeordnete Heike Wermer die Ludgeri-Apotheke, die Overwiening gemeinsam mit ihrem Ehemann führt.

Die Kammerpräsidentin forderte von Laumann eine kontinuierliche Unterstützung der Apotheken vor Ort, damit die Arzneimittelversorgung auch zukünftig in der Fläche erhalten bleibt. „Gerade wenn der Arzt geht, müssen wir dafür sorgen, dass die Apotheke für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort erhalten bleibt“, so Overwiening. Laumann sieht das Problem: „Die große Gefahr für die Versorgung ist, dass kein Arzt mehr vor Ort ist, der die Arzneimittel verordnet, mit welchen die Apotheken versorgen können.“ Und etwas relativierend fügte er hinzu: „Trotz aller Klagen und Probleme haben wir immer noch eine ziemlich gute und sichere Versorgung mit Medikamenten – auch im ländlichen Raum.“ Overwiening stimmte ihm da zu.

Über die Bürokratie in den Apotheken wurde am Beispiel der Rabattverträge gesprochen. Overwiening kritisierte dabei den Aufwand, den das pharmazeutische Personal mittlerweile damit hat, eine einfache Verordnung einzulösen, wenn beispielsweise ein Patient von heute auf morgen ein neues Blutdruckmittel bekommt, obwohl der Arzt einen anderen Markennamen aufs Rezept geschrieben hat. Overwiening und Laumann waren sich einig, dass Wirkstoffverordnungen ein probates Mittel dagegen wären. „Dafür kriege ich keine Mehrheit“, wandte der CDU-Politiker allerdings postwendend ein.

Auch die anhaltenden Lieferengpässen waren ein Thema: Overwiening und Apothekerin Anke Vöcking hatten eine Liste ausgedruckt mit rund 300 Medikamenten, die sie zuletzt nicht direkt an die Kunden ausgeben konnten. Als dramatisch bezeichnete Overwiening die Lage allgemein zwar nicht: In einigen Fällen könne der Kunde Wartezeit in Kauf nehmen, in anderen könne die Apotheke ein Medikament eines anderen Herstellers herausgeben. „Aber die Leute sind irritiert. Wir nehmen uns dann viel Zeit für die Beratung“, sagte Anke Vöcking laut den Westfälischen Nachrichten (WN), die mit vor Ort waren. Denn so einfach sei eine Umstellung nicht immer: Ein Schmerzmedikament mit einer Wirkstoffgröße von 800 mit verzögernder Wirkung könne nicht in jedem Fall und einfach durch zwei 400er-Tabletten ersetzt werden. Vor allem bei Antibiotika, Psychopharmaka und Schilddrüsenpräparaten bringe das viele Probleme mit sich.

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