Digitalisierung: Großer Gewinner sind die Kassen

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Berlin - Wenig fürchten Branchenkenner mehr an den digitalen Veränderungen im Apothekenwesen als eine Abwanderung von Verschreibungen an die Versender durch das E-Rezept. Nicht nur, dass die Schwelle, das Rezept zu versenden, durch einen Klick in einer App entscheidend verringert wird. Auch eine gezielte Lenkung am Zuweisungsverbot vorbei bereitet Vor-Ort-Apotheken Sorge. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger stützt diese Bedenken nun: Demnach gehen Experten davon aus, dass die Krankenkassen Patientenströme schon in naher Zukunft viel stärker lenken als noch heutzutage. Ihre Datenhoheit wird dabei zu ihrem Trumpf.

Man kann nicht behaupten, dass es eine gänzlich ungesteuerte Entwicklung wäre. Ganz im Gegenteil: Mit dem Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) bemüht sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit, seinen Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens zu leisten. Während die künftige Erstattungsfähigkeit von digitalen Therapieangeboten die größte öffentliche Aufmerksamkeit erhält, könnten eine andere Neuregelung viel größere Auswirkungen entfalten: Kassen soll ermöglicht werden, in innovative und digitale Unternehmen zu investieren.

Denn die Bedeutung digitaler Gesundheitsangebote nimmt rapide zu – schneller als bisher erwartet, so die Studienautoren der Unternehmensberatung. So werde das Marktvolumen für digitale Produkte und Dienstleistungen bereits bis 2025 bei rund 38 Milliarden Euro in Deutschland und etwa 155 Milliarden Euro in der EU liegen. Roland Berger hatte 400 Gesundheitsexperten aus aller Welt zu ihren Prognosen befragt.

61 Prozent der Befragten gehen dabei davon aus, dass sich dieses Volumen nicht nur auf heimische Unternehmen verteilen wird – sondern große Techkonzerne wie Amazon, Google oder Apple schon in wenigen Jahren zu den etablierten Playern gehören werden. Dabei gehen einige Branchenbeobachter davon aus, dass die Konzerne sich vor allem über Kooperationen im Gesundheitsmarkt etablieren werden „und bald auf Augenhöhe mit klassischen Akteuren des Gesundheitsmarktes positioniert sind“.

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