Bellartz und Müller streiten über Impfpflicht

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Vakzi-Nation: Deutschland, impf dich!

Berlin - Die Impfkampagne gerät ins Stocken, während die Infektionszahlen aufgrund der Delta-Variante wieder steigen. Benötigen wir eine Impfpflicht – zumindest in sensiblen Bereichen? Über diese kritische Frage diskutieren APOTHEKE ADHOC-Herausgeber Thomas Bellartz und Chefredakteur Alexander Müller in der neuen Folge ihres Podcasts NUR MAL SO ZUM WISSEN.

Während Frankreich eine Impfpflicht für Pflegeberufe einführt, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch zurückhaltend. Bellartz und Müller stört, dass die Debatte darüber merkwürdig heruntergekocht wird. Sie wünschen sich eine breite gesellschaftliche Diskussion zu dem Thema. „Das gehört in den Bundestag, das gehört in die Parlamente, es nervt mich, dass das nicht schon vor Monaten diskutiert wurde“, so Bellartz. Man dürfe das Thema nicht der Bild-Zeitung und den Stammtischen überlassen.

Darin stimmt Müller zu, der sich vor allem eine Debatte ohne Fraktionszwang wünscht. Allerdings sieht er die Zeit für eine Impfpflicht noch nicht gekommen. „Wir haben jetzt ganz lange über Priorisierung gesprochen, über ‚Impfneid‘ und ‚Impfdrängler‘ und jetzt sind wir endlich mal in einer Phase, in der genug Impfstoff da ist. Und jetzt fangen wir sofort an, über eine Impfpflicht zu sprechen, das finde ich den falschen Weg.“ Politik und Gesellschaft müssten jetzt kreativ sein, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.

Bellartz hält dagegen, dass die Impfkampagne seit Dezember läuft und fragt sich, wann diese Leute denn noch überzeugt werden können. „Irgendwann muss die Impfpflicht ein Thema werden, wenn wir es nicht schaffen, denn sonst können wir das lassen mit dem Impfen.“ Selbst wenn mit Kampagnen irgendwann eine Quote von 75 Prozent erreicht werde, seien immer noch Millionen in Deutschland ohne Impfschutz. Bei all den Einschränkungen für die Gesellschaft in den vergangenen Monaten und vor allem angesichts der mehr als 90.000 Todesopfer sei es „respektlos“, sich ohne guten Grund nicht impfen zu lassen, so Bellartz. „Wenn wir über eine Impfpflicht debattieren, dann doch nur deswegen, weil wir gelernt haben, wie schlimm diese Pandemie eigentlich ist.“

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