Apothekenhonorar

Becker: Honorardeckel ist inakzeptabel

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Berlin -

Der Honorardeckel im Tausch gegen eine bessere Vergütung von Rezepturen und Betäubungsmitteln – auf diesen Kompromiss haben sich Gesundheitspolitiker von Union und SPD verständigt. Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV) sieht das kritisch: „Es ist absolut inakzeptabel, wenn die Regierungsfraktionen die auf Fixum und prozentualer Vergütung basierende und bewährte Mischkalkulation bei Fertigarzneimitteln jetzt in Frage stellen.“

In der Koalition wird seit Längerem diskutiert, wie man auf die zunehmende Zahl extrem teurer Arzneimittel reagieren kann. Ein Honorardeckel für die Apotheker galt in der Koalition als Option, die Kosten zumindest auf dieser Handelsstufe zu begrenzen. Derzeit erhalten die Apotheker neben ihrem Fixum von 8,35 Euro einen variablen Aufschlag von 3 Prozent auf den Einkaufspreis.

Bei den Großhändlern ist die prozentuale Marge auf einen Betrag von 38,70 Euro gedeckelt. Das soll nun offenbar auch beim Apothekenhonorar geschehen: „Auf Grund des steigenden Anteils von hochpreisigen Arzneimitteln wollen wir das Apothekenhonorar anpassen. Vorgeschlagen wird, dabei den prozentualen Anteil des Apothekenhonorars zu deckeln“, heißt es in dem „Grundlagenpapier zu den Ergebnissen des Pharmadialogs“. Im Gegenzug soll es bei der BtM-Abgabe und bei Rezepturen Zuschläge geben.

Becker begrüßt, „dass die Bundesregierung die versorgungspolitisch wichtige und überfällige Anpassung der Vergütung im Bereich Beratung für Rezepturen und Betäubungsmitteldokumentation angehen will“. Das sei zunächst einmal gut. „Überhaupt nicht gut ist dagegen, was an Planspielen zu Fertigarzneimitteln kursiert.“

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