Koalition plant Deckel für Apothekenmarge

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Berlin -

Das Apothekenhonorar wird derzeit im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) neu berechnet. Doch unterdessen haben sich die Gesundheitspolitiker von Union und SPD bereits auf verschiedene Maßnahmen zum Arzneimittelmarkt verständigt. Unter anderem soll der prozentuale Zuschlag der Apotheker gedeckelt werden, wie dies heute schon beim Großhandel ist. Damit die Apotheker insgesamt nicht schlechter dastehen als vorher, sollen sie Zuschläge bei der BtM-Abgabe und Rezepturen erhalten. So sieht es ein „Grundlagenpapier zu den Ergebnissen des Pharmadialogs“ vor, das die Koalitionäre gemeinsam beschlossen haben.

In der Koalition wird seit Längerem diskutiert, wie die Politik auf die zunehmende Zahl extrem teurer Arzneimittel reagieren soll. An dem oft zitierten Präparat Sovaldi verdient eine Apotheke an einer Packung also rund 400 Euro – Vorfinanzierungskosten allerdings nicht einberechnet. Ein Honorardeckel für die Apotheker galt in der Koalition als Option, die Kosten zumindest auf dieser Handelsstufe zu begrenzen.

Derzeit erhalten die Apotheker neben ihrem Fixum von 8,35 Euro einen variablen Aufschlag von 3 Prozent auf den Einkaufspreis. Bei den Großhändlern ist die prozentuale Marge auf einen Betrag von 38,70 Euro gedeckelt. Das soll nun offenbar auch beim Apothekenhonorar geschehen: „Auf Grund des steigenden Anteils von hochpreisigen Arzneimitteln wollen wir das Apothekenhonorar anpassen. Vorgeschlagen wird, dabei den prozentualen Anteil des Apothekenhonorars zu deckeln“, heißt es in dem Papier.

Der CDU-Berichterstatter für den Bereich Arzneimittelversorgung und Apotheken im Gesundheitsausschuss, Michael Hennrich, hatte entsprechende Überlegungen in der Koalition schon im Februar bestätigt. Ihm komme es auf die Gesamtschau an. „Für mich ist entscheidend, dass am Ende für die Apotheker keine Mehrbelastung herauskommt.“ Dafür soll jetzt ein Honorarplus sorgen: „Eine verbesserte Honorierung werden wir bei den Rezepturen und den Betäubungsmitteln prüfen.“ Insgesamt dürfe es nicht zu einer Verminderung der Ausgaben für Apothekenhonorare kommen.

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