BMWi: Gabriel entscheidet über Apothekenhonorar

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Berlin - Eher reserviert hat das Haus von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (BMWi) auf den Referentenentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zum Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) reagiert. Die Entscheidung über die darin vorgesehene Anhebung des Apothekenhonorars für Rezepturen und BtM-Rezepte beansprucht Gabriel jedenfalls für sein Ressort „als federführendes Ministerium für die Arzneimittelpreis-Verordnung“ – und verweist auf das Forschungsprojekt Apothekenhonorar.

Gröhe schlägt in seinem Referentenentwurf vor, das Apotheker für Rezepturen und BtM-Rezepte ab 2017 zusätzlich 100 Millionen Euro Honorar erhalten sollen. Wie für Fertigarzneimittel sollen die Krankenkassen für Standard-Rezepturen den Fix-Zuschlag von 8,35 Euro zahlen. Für BtM-Rezepte soll das Honorar auf 2,91 Euro steigen. Außerdem sollen die Arbeitspreise um jeweils einen Euro auf 3,50 Euro, sechs Euro und acht Euro steigen.

Die Erhöhung des Rezeptur-Honorars summiert sich laut Referentenentwurf auf 70 Millionen Euro, allerdings inklusive Mehrwertsteuer auf Kassenseite. Die Anhebung des BtM-Honorar von 26 Cent auf 2,91 Euro ergibt in der Summe nochmals rund 30 Millionen Euro. Allerdings: Auf das Rezepturhonorar wird der Kassenabschlag von 1,77 Euro fällig. Nicht enthalten im Referentenentwurf ist der von Gesundheitspolitikern der Koalition ins Gespräch gebrachte Honorardeckel für Hochpreiser. Im BMG hatte man diesen Vorschlag von Anfang an kritisch gesehen.

Das BMWi habe mit Blick auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Industrie und die Stärkung des Forschungs- und Produktionsstandortes aktiv am Pharmadialog teilgenommen, teilte das Haus von Vize-Kanzler und SPD-Chef Gabriel gegenüber APOTHEKE ADHOC mit.

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