BMG: Machtwort zum Apothekenhonorar

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Berlin - Ungeachtet der Kritik von Krankenkassen und Pharmaindustrie will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) an der vorgeschlagenen Erhöhung des Apothekenhonorars im Umfang von rund 100 Millionen Euro festhalten. Die Aufstockung des Honorars für Rezepturen und BtM-Rezepte sei „angemessen“, heißt es aus Regierungskreisen. Es handele sich um eine „punktgenaue Zuwendung“ an einer Stelle, „wo es Korrekturbedarf gibt“.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte im Juli seinen Entwurf für das „Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der GKV“ (AM-VSG) vorgelegt. Darin soll die seit Jahren versprochene Erhöhung der Rezeptur- und BtM-Gebühren geregelt werden. Wie für Fertigarzneimittel müssen die Krankenkassen für Standard-Rezepturen dann voraussichtlich ab 2017 den Fix-Zuschlag von 8,35 Euro zahlen. Für BtM-Rezepte steigt das Honorar auf 2,91 Euro.

Die Erhöhung des Rezeptur-Honorars summiert sich laut Referentenentwurf auf 70 Millionen Euro, allerdings inklusive Mehrwertsteuer auf Kassenseite. Die Anhebung des BtM-Honorars von 26 Cent auf 2,91 Euro ergibt in der Summe nochmals rund 30 Millionen Euro. Allerdings: Auf das Rezepturhonorar wird der Kassenabschlag von 1,77 Euro fällig. Neben dem Festzuschlag in Höhe von 8,35 Euro sollen die Arbeitspreise um jeweils einen Euro erhöht werden.

In ihren Stellungnahmen hatten verschiedene Herstellerverbände sowie massiv der GKV-Spitzenverband die Pläne des BMG attackiert. Als Reaktion auf diese Kritik heißt es jetzt aus Regierungskreisen: Mit dem Vorschlag rede man keiner generellen Honorarerhöhung das Wort, die Erhöhung entspreche vielmehr der Logik des Nacht- und Notdienstfonds: Man knüpfe an „zwei Stellschrauben an“. Das seien „sehr spezielle, einzelne Leistungen“, die nicht mehr angemessen vergütet würden.

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