Gröhe: Spendierhose und Schutzweste

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Berlin -

Apotheker sollen spätestens ab 2018 für die Aktualisierung des elektronischen Medikationsplans ein Honorar erhalten. Zudem sicherte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit Blick auf das am 19. Oktober anstehende EuGH-Urteil zu Rx-Boni zu, „alle erdenklichen Schritte zu unternehmen, die wohnortnahe Apotheke“ zu erhalten und „unerwünschten Verdrängungswettbewerb“ zu verhindern. Die Bundesregierung habe sich bei der Verhandlung in Luxemburg bereits für den Erhalt der Arzneimittelpreisverordnung eingesetzt. Man werde das EuGH-Urteil „sehr sorgfältig prüfen“.

Auf die Kritik an der aus Apothekersicht unzureichenden Einbindung beim schriftlichen Medikationsplan sagte Gröhe: „Wir wollten nicht länger warten.“ Die Apotheker hätten aber „völlig Recht“ mit ihrer Forderung, gleichberechtigt am elektronischen Medikationsplan mitwirken zu können. „Das versteht sich von selbst, das sieht das E-Health-Gesetz bereits vor.“ Selbstverständlich erhielten die Apotheker dafür auch einen „angemessenen Zuschlag“, versicherte Gröhe.

Der Bundesgesundheitsminister bekräftigte die Absicht der Bundesregierung, im Rahmen des Arztneimittel-Versorgungsstärkungsgesetzes (AM-VSG) exklusive Ausschreibungen von Krankenkassen zur Zyto-Versorgung zu verbieten. Im Mittelpunkt müsse die wohnortnahe und sichere Versorgung der schwerkranken Patienten stehen: „Daran muss sich die Versorgung zuerst orientieren“, so Gröhe. Die Versorgung müsse „rund um die Uhr, ortsnah und zeitnah“ erfolgen. Die freie Apothekenwahl der Patienten müsse ebenfalls unangetastet bleiben. Er sei sicher, mit den Regelungen des AM-VSG dieses Ziel zu erreichen.

Mit Blick auf Lieferengpässe bei Arzneimitteln kündigte Gröhe an, die Probleme im Rahmen des eingerichteten Jour Fixe im Auge zu behalten und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen: „Dazu kann auch das Instrument der Mehrfachvergabe gehören“, schloss Gröhe weitere Schritte nicht aus.

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