Apothekenhonorar: Opposition hat nichts zu meckern

, Uhr
München -

Große Änderungsanträge zum heute im Kabinett auf den Weg gebrachten Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) sind offenbar nicht zu erwarten: Das machte eine Podiumsdiskussion beim Deutschen Apothekertag (DAT) in München deutlich. Selten habe sie so viel Harmonie auf dem Podium erlebt, lobte Karin Graf aus dem Vorstand der ABDA, nachdem aus allen Fraktionen viel Zustimmung zum Gesetzentwurf geäußert wurde. Einzig, dass Impfstoffe von Rabattverträgen ausgenommen werden sollen, scheint mit großer Gewissheit noch ein Diskussionspunkt bis zur geplanten Verabschiedung im ersten Quartal kommenden Jahres zu werden. 

Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, freute sich insbesondere, dass das Verbot von Zytostatikaausschreibungen noch kurzfristig aufgenommen wurde. „Wir haben gemeinsam mit den Apothekern Druck gemacht, das scheint etwas bewirkt zu haben“, sagte sie. Ihr fehle es jedoch noch an Instrumenten, um gegenüber der Industrie bei Lieferengpässen durchzugreifen. „Das muss über nette Gespräche miteinander hinausgehen“, forderte sie. Zu hochpreisigen neuen Arzneimitteln sei eine rückwirkende Geltung des Erstattungspreises ab dem ersten Tag erforderlich statt einer Umsatzschwelle.

Für die Fraktion der Grünen erklärte Kordula Schulz-Asche, sie sei mit den Gebührenerhöhungen für Rezepturen und BtM-Rezepte für die Apotheker zufrieden. „Es wird wohl keine Änderungsanträge zu diesen Punkten geben, die Apotheker betreffen“, prognostizierte sie, da diese im Vorfeld schon breit diskutiert worden seien. Sie forderte wie die Linke rückwirkende Erstattungspreise, um die Kosten zu begrenzen, oder wenigsten eine niedrigere Umsatzsschwelle. „Denn wir werden in Zukunft mehr hochpreisige Medikamente bekommen.”

Maria Michalk (CDU) verteidigte für die Unionsfraktion die vorgesehene Regelung zu Lieferengpässen. „Dass nicht nur ein Anbieter den Zuschlag bekommt, sondern immer ein Doppelpack, ist ein richtiges Instrument”, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin. Zudem hielt sie noch einmal die Verlängerung des Preismoratoriums hoch. Dies sei „kein Pappenstil“ und habe sicher viele überrascht. Sie könne dieses „harte Schwert“ jedoch mittragen, weil auch ein Inflationsausgleich vorgesehen sei.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Mehr Transparenz in der Lieferkette
EMA bekommt Engpass-Datenbank »
Mehr aus Ressort
Orientierungsdebatte im Bundestag
Union will Impfregister »
Weiteres
Orientierungsdebatte im Bundestag
Union will Impfregister»
Potenzielle Basis für neue Antibiotika
Neue antibakterielle Molekülgruppe entdeckt»
Sensitivität und Nachweisdauer
PEI hat Antikörpertests getestet»
Auffälliger Mundschutz
Rx-Pillen in OP-Maske versteckt»
„Beim Mittagessen ging es nur um Apotheke“
Ein Loblied auf die Apotheke»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»